FMK-Barmüller: Neue Studie widerlegt Krebsgefahr durch Mobilfunk

Oft zitierte Repacholi-Studie aus 1997 nicht bestätigt

Wien (OTS) - "Mobilfunk erhöht nicht das Risiko, an Lymphknotenkrebs zu erkranken. Eine Gruppe von australischen Wissenschaftlern um Tammy D. Utteridge veröffentlichte nun ihre Kontrollergebnisse zur methodisch umstrittenen Repacholi-Studie des Jahres 1997. In der angesehenen Zeitschrift Radiation Research publizierte die Gruppe die Ergebnisse einer zwei Jahre lang durchgeführten Kontrolluntersuchung der Auswirkungen von gepulsten Mobilfunkfeldern auf genmanipulierte Mäuse. Ziel dieser Kontrollstudie war es, mit verbesserter Methodik die 1997 von Michael Repacholi veröffentlichten Studienergebnisse zu überprüfen", erklärte heute Thomas Barmüller, Geschäftsführer des Forum Mobilkommunikation zur Veröffentlichung der aktuellsten Ergebnisse auf diesem Gebiet.

Die australische "Repacholi-Studie" hatte 1997 mit ihrem Ergebnis für Aufsehen gesorgt, weil laut dieser Untersuchung genmanipulierte Mäuse unter der Einwirkung von gepulsten elektromagnetischen Feldern, wie sie im Mobilfunk verwendet werden, angeblich häufiger an Krebs erkrankten. Der Autor der Studie warnte damals zwar davor, aufgrund der Ergebnisse eine Gefährdung der Bevölkerung zu behaupten, aber dennoch wurde und wird die Untersuchung als Beleg für die Gefährlichkeit von Mobilfunk herangezogen. Obwohl damals bereits vergleichbare Studien vorlagen, die keine Gefährdungen zeigten, wurde diese Untersuchung von unabhängigen Wissenschaftern wiederholt. Hätten sich die Ergebnisse bestätigen lassen, wäre die Ungefährlichkeit des Mobilfunks als Stand des Wissen revisionsbedürftig geworden. Mit der nun vorliegenden unabhängigen Wiederholungsstudie (Utteridge et al., 2002, Radiation Research. Vol 158, Seiten 357-364) konnte aber die Ungefährlichkeit des Mobilfunks bestätigt werden: "Es steigt damit neuerlich die Sicherheit, dass Mobilfunk - so wie er heute betrieben wird - keine Gefährdung für die Bevölkerung darstellt", so Barmüller.

Barmüller betonte, dass auch dieses Beispiel zeigt, wie Risikoszenarien aufgrund von Einzelergebnissen vorschnell verbreitet werden und unbegründete Ängste verursachen. "Gerade wenn es um minimale behauptete Auswirkungen geht, die sich angeblich über Jahre summieren, ist es wichtig, Untersuchungen nachvollziehbar zu wiederholen. Erst dadurch wird eine seriöse Risikobewertung möglich", unterstreicht Barmüller die Bedeutung dieser Studie.

Das Design der "Repacholi-Studie"

Michael Repacholi und seine Mitarbeiter hatten genmanipulierte Mäuse über 18 Monate untersucht. Eine Gruppe dieser Tiere wurde mit einem GSM 900-Signal befeldet, die andere Gruppe diente als Kontrolle. Die Mäuse waren gentechnisch so verändert, dass sie sehr leicht spontan Lymphknotenkrebs (Lymphome) entwickelten. In der GSM-exponierten Gruppe war die Krebsrate verdoppelt. Dieses Ergebnis erregte großes öffentliches Aufsehen, war jedoch in der Fachwelt umstritten. Schon in der Sitzung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) am 4. Juli 1997
(http://www.ssk.de/1997/repach_s.pdf) wurde die Studie auf ihre
Bedeutung hin diskutiert. Dabei wurde Kritik an der Wahl der untersuchten Tiere - genmanipulierte Mäuse - aber auch an den Expositionsbedingungen geübt. Die Strahlenschutzkommission (SSK) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahlen damals eine Wiederholung der Studie unter verbesserten Expositionsbedingungen.

Details und Ergebnisse der Wiederholungsstudie

Tammy D. Utteridge und Mitarbeiter haben eine Wiederholungsstudie mit verbesserter Methodik durchgeführt. Hierbei wurden genmanipulierte Mäuse des gleichen Typs wie bei Repacholi verwendet. Auch das verwendete GSM 900-Signal und die Dauer der Befeldung entsprachen den Bedingungen der Originalstudie. Zusätzlich wurde diesmal aber bei vier verschiedenen Expositionsstärken befeldet, um zusätzlich eine mögliche Dosis-Wirkungsbeziehung aufzudecken. In keiner der exponierten Gruppen wurde eine signifikante Erhöhung im Vergleich zu der Kontrollgruppe beobachtet, weder für die Zahl der erkrankten Tiere noch für die Anzahl der Tumore. Auch eine Dosis-Wirkungsbeziehung wurde nicht beobachtet.

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