Onodi: Natura 2000 - 16,4 Prozent der Landesfläche

Feinabgrenzung nach eineinhalbjähriger Arbeit abgeschlossen St.Pölten (NLK) - "Nach eineinhalbjähriger intensiver Arbeit ist nun die Feinabgrenzung der FFH-Natura 2000 Gebiete positiv abgeschlossen. Demnach werden 16,4 Prozent der Landesfläche zum großen europäischen Schutzgebietsnetz gehören. In Niederösterreich sind dies vor allem ökologisch wertvolle Trockenwiesenbereiche, große Waldkomplexe wie der Wienerwald und viele Flusssysteme. Die Ausweisung der Gebiete wird von der EU intensiv begleitet und kontrolliert, die Verwaltung der Gebiete obliegt keinen besonderen Vorgaben, sie ist den regionalen wirtschaftlichen und kulturellen Situationen anzupassen", so Niederösterreichs Naturschutzreferentin Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi zur nun vorliegenden Feinkartierung der FFH-Natura 2000-Gebiete. Mit Natura 2000 hat die Europäische Union vor zehn Jahren eine Vorgabe geschaffen, auf welche konkrete Art und Weise die landschaftliche Eigenart Mitteleuropas geschützt werden soll. Alle Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, nach gleichen Kriterien ein Netz an Schutzgebieten zu errichten, mit dem die Vorkommen an wertvollen Tier- und Pflanzenarten gesichert werden. Diese Schutzgebiete heißen "Natura 2000". Niederösterreich hat 1998 die erforderlichen Gebiete gemeldet, gleichzeitig jedoch genaue Kartierungen der relevanten Schutzobjekte in diesen Gebieten in Auftrag gegeben. Nach dieser "Feinkartierung" wurden nun seit Mitte 2001 mit allen Gemeinden, Bauern- und Wirtschaftsvertretern die Gebietsgrenzen nochmals besprochen und direkt an die kartierten Schutzobjekte angelegt. In diesen Gesprächen wurde auch die weitere Umsetzung diskutiert. Dabei konnten viele Ängste, die mit der Schutzgebietsausweisung verbunden waren, beseitigt werden.

"Die mühevolle Arbeit der letzten Monate hat sich gelohnt", zeigt sich auch Koordinator Dipl.Ing. Wolfgang Suske von der NÖ Naturschutzabteilung erleichtert: "Viele Gemeinden haben die Wichtigkeit dieses europäischen Schutzgebietsnetzes erkannt und tragen diese Idee nun auch mit." In manchen Gebieten wie z.B. dem Steinfeld war die Begegnung zwischen Naturschutz und Wirtschaft besonders schwierig. Im Steinfeld blockierte die dringende Notwendigkeit einer Umfahrungsstraße für die B 17 jegliche Diskussion um das Natura-2000 Gebiet. Da am geplanten Standort der Straße auch wertvolle Lebensräume des europaweit fast ausgestorbenen Triel vorkommen, wurde im direkten Kontakt mit Brüssel versucht, eine Lösung für diesen Interessenkonflikt zu finden. "Das Beispiel hat mir gezeigt, dass letztlich nur das persönliche Gespräch sowohl mit den Betroffenen als auch mit der Europäischen Kommission zu guten Lösungen führen kann", so Onodi, die in etlichen Verhandlungsrunden letztendlich auch dieses Problem im Steinfeld einem gangbaren Weg bzw. Lösung zuführte.
"Naturschutz geht nur in partnerschaftlicher Kooperation mit den Menschen, die in den Regionen leben und arbeiten", so Onodi. "In über 150 Informationsveranstaltungen und mehr als 500 Einzelgesprächen haben wir nun ein gutes Ergebnis bei der Gebietsausweisung erzielt. Jetzt geht es darum, dass wir uns um die Umsetzung der Schutzziele sorgen", erklärt Onodi die nächsten Schritte. Für alle Natura-Gebiete werden zusammen mit Gemeinden und Interessenvertretern Managementpläne erstellt, die als Informationsdrehscheibe vor Ort dienen sollen. Hier erfährt man konkret, was im Gebiet eigentlich geschützt werden soll, wo es mit geplanten Projekten Probleme geben könnte und wo es mit Sicherheit keine Probleme geben wird. Die ersten Ergebnisse werden im Frühjahr 2003 fertiggestellt.

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