MOLTERER: STARTSCHUSS FÜR ÖSTERREICHISCHES WALDPROGRAMM

Breiter Dialog soll Gefahren für den Wald abwenden und seine Funktionen sichern

Klagenfurt (OTS) Um die unersetzbaren
wirtschaftlichen, ökologischen und landeskulturellen Leistungen unserer Wälder bei sich rasch ändernden Verhältnissen auch langfristig sicherzustellen, brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Es geht darum, Gefahren für den Wald abzuwenden, wie sie durch Schadstoffbelastungen und Klimawandel drohen, und seine Funktionen wie insbesondere auch den Schutz vor Naturgefahren langfristig zu sichern. Die österreichische Forstwirtschaft soll durch den geplanten breiten Dialog gleichzeitig auch eine Schrittmacherfunktion in der Nachhaltigkeitsdiskussion einnehmen. Dies erklärte Forst- und Umweltminister Mag. Wilhelm Molterer anlässlich der Klagenfurter Holzmesse, unmittelbar vor seiner Abreise zum Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg/Südafrika.****

Nach dem erfolgten Startschuss zur Entwicklung des Österreichischen Waldprogramms lädt Molterer unter dem Motto: "Der Wald geht uns alle an" alle öffentlichen Einrichtungen, Intereressensvertretungen und Nichtregierungsorganisationen ein, gemeinsam den sorgsamen Umgang mit dem Wald weiterzuentwickeln. Es geht um Rahmenbedingungen, die einen gerechten Interessenausgleich gewährleisten, die die vielfältigen Interessen an der Nutzung des Waldes auch in Zukunft miteinander vereinbar machen. Als Ergebnis der Diskussionen erwartet sich Molterer waldpolitische Leitlinien zu wichtigen Handlungsfeldern wie "Wald als Wirtschaftsfaktor", "Wald und Gesellschaft", "Biologische Vielfalt" und "Schutz vor Naturgefahren". Die Leitlinien werden Grundlage für die österreichische Forstpolitik sein. Das Waldprogramm wird kurz-, mittel- und langfristig das forstpolitische Geschehen in Österreich prägen, sagte Molterer.

Beim Waldprogramm handelt es sich nicht um ein rein fachpolitisches Programm, sondern um einen fortdauernden, offenen Dialog zwischen allen waldrelevanten Sektoren, Verbänden, Organisationen und Interessengruppen, insbesondere den Waldbesitzern, der Holzindustrie, den Jägern, dem Tourismus sowie dem Natur- und Umweltschutz. Im Mittelpunkt soll die Suche nach Problemlösungen für Interessenkonflikte im Waldbereich stehen. "Als Land mit langer Tradition der forstlichen Nachhaltigkeit hat Österreich eine besondere Verpflichtung, nachhaltig im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinn mit seinem Wald umzugehen. Es ist mir ein Anliegen, dass die Forstwirtschaft weiterhin eine Vorreiterrolle in der Nachhaltigkeitsdiskussion einnimmt", betont Molterer.

Der Walddialog wird im Herbst 2002 mit entsprechenden Veranstaltungen beginnen und soll bis Ende 2004 konkrete Ergebnisse bringen. Die Forstsektion des Lebensministeriums ist beauftragt, den Österreich weiten Walddialog auf Basis international anerkannter Grundsätze wie Offenheit, Transparenz, Partizipation, ganzheitlicher, intersektoraler und interdisziplinärer Ansatz sowie Langfristigkeit zu organisieren. Mit dem Einsatz von Internettechnologie soll eine möglichst breite und effiziente Interaktion ermöglicht werden. Alle Betroffenen und am Wald Interessierten sind aufgerufen, dieses Angebot anzunehmen und ihre Standpunkte einzubringen.

Mit der Entwicklung eines Österreichischen Waldprogramms kommt Österreich gleichzeitig Anforderungen bestehender internationaler Abkommen nach, insbesondere des Waldforums der Vereinten Nationen, der Biodiversitätskonvention und der Klimaschutzkonvention.

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