"Kleine Zeitung" Kommentar: "Irrweg statt Ausweg" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 28.08.2002

Graz (OTS) - Mehr konnte Wolfgang Schüssel für seine bedrängte Vizekanzlerin nicht tun, als auf Zeit zu setzen.

Der Bundeskanzler will über die von Susanne Riess-Passer vorgeschlagene Volksbefragung "Hochwasserhilfe oder Steuersenkung" noch nachdenken, obwohl es über diese Idee, die einer Bankrotterklärung der Regierung gleich käme, nichts nachzudenken gibt.

Wäre es das übliche Sommertheater, könnte man die Hinhaltetaktik zur Gesichtswahrung der Koalitionspartnerin noch für zielführend halten.

Diesmal lässt sich aber der schon lange schwelende Machtkampf in der FPÖ, der nun endgültig zum irrationalen Psychokrieg ausgeartet ist, nicht mehr durch eine geheuchelte Versöhnung und durch flüchtig gehauchte Küsse beilegen.

Jörg Haider steuert auf den Bruch zu. Die Parteichefin muss mit den Folgen leben.

Ihr Versuch, das von Haider angedrohte Volksbegehren durch eine Volksbefragung zu unterlaufen, ist kein Ausweg, sondern ein Irrweg.

Wenn die Regierung nicht mehr weiter weiß, soll sie den Rücktritt erklären und Neuwahlen ausschreiben. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende. ****

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