Fischer traf tschechischen Parlamentspräsidenten Zaoralek

Bemühen um gute nachbarschaftliche Beziehungen: "Fairness und Verständnis statt Bevormundung"

Wien (SK) Nationalratpräsident Heinz Fischer ist heute in Brünn zu einem Arbeitsgespräch mit dem Präsidenten des Tschechischen Abgeordnetenhauses, Lubomir Zaoralek zusammengetroffen. Es ist das erste Gespräch der beiden Parlamentspräsidenten seit der Neuwahl des Tschechischen Abgeordnetenhauses und der Wahl eines neuen Präsidenten. Fischer und Zaoralek betonten übereinstimmend die Notwendigkeit und Wichtigkeit einer guten nachbarschaftlichen Zusammenarbeit ihrer beiden Staaten und der beiden Parlamente. Gerade die jüngste Hochwasserkatastrophe in Österreich und in der tschechischen Republik habe gezeigt, "dass wir gemeinsame Interessen, gemeinsame Probleme, gemeinsame Sorgen und auch die Bereitschaft zu Solidarität haben", so Fischer. ****

Fischer und Zaoralek berührten in ihrer Aussprache alle aktuellen Fragen im Verhältnis zwischen den beiden Staaten. In besonderer Weisen wurden die letzte Phase des laufenden Erweiterungsprozesses der Europäischen Union besprochen, wobei der österreichische Nationalratspräsident seiner festen Hoffnung Ausdruck verlieh, dass der Beitritt der tschechischen Republik nach Abschluss der Verhandlungen über die Bühne gehen werde.

"Sobald der Verhandlungsprozess der 15 Staaten mit den Beitrittskandidaten zum Abschluss gekommen ist, halte ich weder etwas von einem Veto, noch von Veto-Drohungen", sagte Fischer wörtlich.

Auch die Frage der sogenannten Benes-Dekrete und Temelin wurde berührt: Zu diesen Themen bestehe sicher noch Gesprächsbedarf, aber hier solle Fairness und Verständnis für die jeweilige Position des anderen im Vordergrund stehen. Eine "Oberlehrermentalität" sei ebenso wenig angebracht wie jede Form der Bevormundung, meinten beide Präsidenten.

Wichtig sei insbesondere, dass die tragische Geschichte aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts die Zukunft der heutigen Generation im 21.Jahrhundert nicht belasten oder verdunkeln dürfe.

Die beiden Parlamentspräsidenten vereinbarten abschließend, dass eine Delegation österreichischer Parlamentarier innerhalb der nächsten Wochen Prag besuchen werde, um den Gedankenaustausch zwischen österreichischen und tschechischen Parlamentariern fortzusetzen und damit einen Beitrag zur weiteren Entwicklung unserer nachbarschaftlichen Beziehungen zu leisten. (Schluss) ml

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