Faymann: Bedeutung des sozialen Wohnbaus steigt

Wien (OTS) - Im Rahmen des Mediengespräches des Bürgermeisters am Dienstag äußerte sich Wohnbaustadtrat Werner Faymann über personenbezogene Wohnhilfen im Bereich des sozialen Wohnbaus.

Nachdem es Ende der 90er Jahre gelungen ist, so Faymann weiter, die quantitative Wohnungsnot der ersten Hälfte der 90er Jahre in den zu Griff bekommen, hat die Stadt die Schwerpunktsetzung ihrer Wohnungspolitik neu definiert. Die Anzahl der Wohnungsneubauten wurde etwas gesenkt und die Sanierungsförderung sowie die personenbezogenen Förderungen wurden deutlich ausgebaut. Durch den Einsatz von mehr Wettbewerbselementen im Wohnbau (Bauträgerwettbewerbe, Grundstücksbeirat usw.) ist es gelungen, die Errichtungskosten um durchschnittlich 20 Prozent zu senken und Wohnbau-Förderungsmittel einzusparen. Dadurch konnte verstärktes Augenmerk darauf gelegt werden, die soziale Treffgenauigkeit von Direktförderungen für bedürftige Familien zu verbessern und auszuweiten. Das geschieht vor allem durch die Wohnbeihilfe, Jungfamilien- und Superförderung, Eigenmittelersatzdarlehen und seit Sommer 2001 durch die Allgemeine Wohnbeihilfe. Heuer erreicht die Hilfe der Stadt für finanziell schwache Familien beim Wohnen ein Rekordniveau von insgesamt 91 Millionen Euro. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 1997 eine Steigerung um 90 Prozent (!!!) und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 10 Prozent.

Parallel dazu hat die Stadt, so Faymann, das Notfallwohnungsprogramm gestartet, durch das seit Beginn 2001 bereits 1.562 Familien aus ihrer Notsituation mit einer Gemeinde- oder Genossenschaftswohnung geholfen werden konnte. Ab 1. September wird das Programm auch auf den Privathausbereich ausgeweitet.

Allgemeine Wohnbeihilfe greift

Seit 1. Juni 2001 ist Wien wieder ein Stück sozial gerechter geworden. Mit diesem Datum ist die Allgemeine Wohnbeihilfe in Kraft getreten. Bis zum 31. Mai 2001 konnten nur solche Haushalte Wohnbeihilfe erhalten, deren Wohnhaus mit öffentlichen Mitteln errichtet oder saniert worden ist. Seit dem Vorjahr kann die Stadt auch jene Mieter finanziell unterstützen, die in einem privaten Miethaus wohnen und etwa durch Arbeitslosigkeit oder andere Probleme in finanzielle Nöte geraten. Die Allgemeine Wohnbeihilfe ermöglicht es auch diesen Menschen, in ihrer Wohnung bleiben zu können. Das betrifft sowohl Inländer als auch ausländische Staatsbürger mit mindestens fünfjährigem legalen Aufenthalt in Österreich.

Die zunehmend bessere Information der potenziellen Wohnbeihilfebezieher hat dazu geführt, dass sich diese Zahl heuer weiter deutlich erhöht hat. Im Zeitraum von Jänner 2002 bis Juli 2002 wurden bereits 3,9 Millionen Euro an insgesamt 7.250 Familien ausbezahlt. Bis Jahresende wird mit einer weiteren deutlichen Zunahme gerechnet, weil die Information über dieses neue Förderung erst zu den potenziellen Bezieherkreisen vordringen muss.

Neben der Allgemeinen Wohnbeihilfe läuft die "klassische" Wohnbeihilfe weiter. Im heurigen Jahr 2002 ist auch diese Förderung in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr in Anspruch genommen worden. Bis Mitte August wurde an durchschnittlich 28.000 Familien Wohnbeihilfe im Ausmaß von insgesamt 29,3 Millionen Euro ausbezahlt.

Bereits 1.562 Notfallswohnungen vergeben

Seit der Einführung des Notfallswohnungsprogramms Anfang 2001 wurden bis Mitte August 2002 bereits 3.833 Ansuchen bearbeitet. 1.562 Wohnungen in Notsituationen haben bereits ihre neue Notfalls-Wohnung bezogen. Bei 488 weiteren Familien läuft das Vergabeverfahren bereits. In 1.181 Fällen wurden die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt. Auch bei den Notfallswohnungen kommt es zu einem Anstieg der eingereichten Fälle.

Die Anzahl der Vormerkungen für Gemeindewohnungen liegt bei etwa 14.000, davon sind 4.000 JungwienerInnen . Daher verbleiben 10.000 "klassische" Vormerkungen. Jährlich vergibt Wiener Wohnen rund 10.000 Gemeindewohnungen.

Über die sogenannte "soziale Schiene" vergibt Wiener Wohnen in Kooperation mit sozialen Organisationen wie Caritas, Volkshilfe und anderen sozialen Vereinen jährlich etwa 1.500 Wohnungen an besonders bedürftige Familien.

Parallel dazu vergibt die Stadt Jährlich etwa 1.000 geförderte Genossenschaftswohnungen nach sozialen Kriterien. Hier ist der Anteil an ausländischen Staatsbürgern, die eine derartige Genossenschaftswohnung erhalten auf etwa 20 Prozent angestiegen.

Um auch betreutes Wohnen in privaten Miethäusern zu ermöglichen, wird das Notfallswohnungsprogramm ab 1. September 2002 im Rahmen des Projekts "Wohndrehscheibe" der Volkshilfe auf diesen Bereich ausgeweitet. Dabei werden die betroffenen Familien auch sozial betreut.

Deutliche Steigerung der Wohn-Unterstützung der Stadt

Die Aufwendungen für Subjektförderungen im Wohnbereich wurden in den letzten Jahren deutlich erhöht. Von 48 Mio. EUR 1997 auf 91 Mio. EUR 2002. Für heuer betragen die Zahlen für "klassische" Wohnbeihilfe (32 Mio. EUR), Allgemeine Wohnbeihilfe (25 Mio. EUR), Eigenmittelersatzdarlehen 22 Mio. EUR), Superförderung und Jungfamilienförderung (11,5 Mio. EUR).

Allgemeine Informationen:
o Wiener Wohnen: http://www.wien.gv.at/wienerwohnen/index.htm (Schluss) gmp

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