- 26.08.2002, 12:01:44
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Johannesburg: Armutsbekämpfung droht unterzugehen
KOO fordert mehr Einsatz von der österreichischen Delegation
Wien/Johannesburg (OTS) - Das Thema Armutsbekämpfung droht beim
Weltgipfel zu nachhaltiger Entwicklung in Johannesburg unterzugehen.
Das zeigt die Bilanz der Vorverhandlungen und der erste Tag des
Gipfels. "Armutsbekämpfung ist der erste und wichtigste Schritt zu
einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung", erklärt Judith Zimmermann
von der KOO, die in Johannesburg die österreichischen
Entwicklungsorganisationen vertritt. "Wir erwarten uns daher von
Österreich und der EU, dass sie das Ruder noch umdrehen und Lösungen
ausverhandeln, die den 1,2 Milliarden Armen und 800 Millionen
Hungernden auf der Welt tatsächlich helfen", fordert Zimmermann.
Derzeit sieht es so aus, als würden sogar die bereits ausverhandelten
Programme zur Armutsbekämpfung nicht bestätigt werden.
In den beiden Vorverhandlungstagen am Wochenende stand das Thema
Armutsbekämpfung ganz unten auf der Prioritätenliste der
Delegationen. Die Teile der Schlussdeklaration, die nach wie vor
offen sind, sind für die Armutsbekämpfung von immenser Bedeutung: Bei
den Themen Globalisierung, Finanzen, Handel (verbesserter Zugang zu
den Märkten des Nordens für die sogenannten Entwicklungsländer),
technische Hilfe für den Süden und der Errichtung eines
Solidaritätsfond zur Bekämpfung von Armut konnte noch keine Einigkeit
erreicht werden. "Österreich und die EU sehen zwar ein, dass in Bezug
auf Armutsbekämpfung dringend Handlungsbedarf angesagt ist - wollen
aber keine neuen Zugeständnisse und konkrete Zeitpläne vorlegen. Es
sieht sogar so aus, als ob schon bestehende Schlussdokumente noch
einmal überarbeitet würden", zieht Judith Zimmermann Bilanz aus den
Vorverhandlungen. "Die Industrieländer versuchen sämtliche Aspekte,
die für eine erfolgreiche Bekämpfung von Armut essentiell sind, zu
vertagen."
Österreich muss Einsatz zeigen
Die KOO erwartet daher von der österreichischen Delegation
besonderen Einsatz für die Armutsbekämpfung. Als wichtiges Signal
fordern die österreichischen Entwicklungsorganisationen die
schrittweise Anhebung der staatlichen Entwicklungshilfe auf die vor
10 Jahren in Rio versprochenen 0,7% des BIP. Derzeit steht Österreich
bei 0,23%.
Weltweit müssen 1,2 Milliarden Menschen mit weniger als einem
US-Dollar pro Tag auskommen. 800 Millionen leiden Hunger und 1,1
Milliarden haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auch
Klimakatastrophen, verursacht von den Industrieländern, haben auf
Arme besonders schwere Auswirkungen: Seit dem Jahr 2000 sind mehr
Menschen vor Naturkatastrophen auf der Flucht als vor Kriegen.
Rückfragehinweis:
Corinna Milborn, Pressebetreuung,
Tel.: 0699-19 24 12 73
Judith Zimmermann, Vertreterin der österreichischen
Entwicklungsorganisationen in Johannesburg,
Tel.: 0676-842 968 444
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