"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Das Dilemma ist hausgemacht (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 23.08.2002

Klagenfurt (OTS) - Ziemich ernüchternd eine Bestandsaufnahme der Regierungsarbeit: "Vorhaben verfehlt" - derart entzaubert die objektive Bilanz jegliche Selbstbejubelung. Tatsache ist: Es war nicht das Jahrhundertunwetter (alleine), das die hehren Ziele der Speed-Kills-Gesellschaft hinweggespült hat. Vielmehr ist einzugestehen, dass das rot-weiß-rote Wirtschaftswachstum dramatisch flau dahindümpelt. Sich mit Spargeschrei zurückzulehnen und auf internationale Impulse zu hoffen, die "auch Österreich erreichen werden", war schlicht dürftig...

Mehr als dürftig entblößt sich derzeit die Ausredemaschinerie:
Dürftig, weil lächerlich. Beispiel Krankenkassen: Weder das Hochwasser noch ein gebremstes Wirtschaftswachstum jenseits der Ozeane können für die bankrotten Kassen zum Schafott geschleppt werden: das Dilemma ist hausgemacht.

Man erinnert sich: Neben Nulldefizit, Steuerreform & Co. lag der Schlachtruf der Koalition just in einer Totalreform der maroden Krankenkassen. Schwarz-Blau wollte zeigen, wie "flockig" so eine Gesundungskur zu managen sei. Der "Erfolg" ist ein erstaunlicher: die Kassen rutschen zusehends obskurer ins tiefe Minus. Wundert's? Bislang - das sind immerhin zwei satte Jahre - hat sich die Reformarbeit der Regierung auf eine Umfärbeaktion (Blau statt Rot) reduziert: Personalakrobatik auf höchsten Ebenen...

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