DER STANDARD-Bericht: "Scheibner kauft 130 Radpanzer" - Erscheinungstag 23.8.2002

Bei Heeresbudget geht es nur um Promilleteil des Gesamtvolumens

Wien (OTS) - Im Windschatten der Abfangjäger-Diskussion hat Verteidigungsminister Herbert Scheibner ein umfangreiches Beschaffungsbudget für sein Ressort geschnürt. Darin enthalten:

130 neue Radpanzer, deren Beschaffung noch heuer eingeleitet wird. Dabei wird es sich um eine verbesserte Version des bereits in einer ersten Tranche von 68 Stück eingeführten Pandur von Steyr handeln. Dieser Radpanzer ist unter anderem im Kosovo und in Afghanistan erfolgreich eingesetzt worden, künftig wird er auch als gepanzerter Infanterietransporter dienen. Der endgültige Preis ist noch offen.

Noch im Herbst laufen die ersten von insgesamt 112 Kampfschützenpanzern Ulan (auch diese sind eine Entwicklung von Steyr) der Truppe zu - allein dieser Auftrag umfasst Kosten von 226 Millionen Euro. Das Ulan- Projekt ist Teil des 1996 beschlossenen "Panzerpakets", bisher wurden vier der 28 Tonnen leichten Geräte beim Bundesheer getestet.

Dringend nachbeschafft werden 1000 schwere Lkw (200 leichte sind ohne große öffentliche Aufmerksamkeit schon im Vorjahr gekauft worden) - ob dieser Auftrag ausgeschrieben werden muss oder freihändig in Österreich vergeben werden kann, wird derzeit geprüft.

Neu kommen Pionierbrücken (die teilweise schon jetzt beim Hochwasser eingesetzt wurden) und anderes Pioniergerät, außerdem eine verbessere ABC-Schutzausrüstung.

Für alle Soldaten werden ab nächstem Jahr neue Kampfanzüge ausgeliefert werden, die dann ausschließlich für Ausbildung und Einsatz im Gelände gedacht sind - die derzeitige Uniform ist eine Kompromisslösung, die sowohl im Gelände als auch bei Dienst und sogar in der Freizeit getragen wird.

Scheibner betont, dass die Kosten insgesamt nicht ins Gewicht fielen: "Das Bundesheer hat das niedrigste Budget aller vergleichbaren Staaten - und das Heeresbudget ist ja in Wirklichkeit nur ein Promilleteil der Gesamtausgaben." Allerdings könne nicht jede Zusatzausgabe aus dem laufenden Budget bezahlt werden. Mit dem Finanzminister verstehe er sich gut, sagt Scheibner: Karl-Heinz Grasser anerkenne die Einsparungen durch die Reorganisation des Heeresressorts.

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