Leitl weist Sallmutter-Kritik an Lohnnebenkostensenkung zurück WKÖ-Chef begrüßt aber Bekenntnis zu seriöser Vorbereitung der EU-Erweiterung: Nicht 400.000 Jobs wackeln, aber Investitionen könnten abwandern

Wien/Alpbach (PWK605) "Ich begrüße den von GPA-Vorsitzenden Hans Sallmutter vorgeschlagenen Dialog in der Erweiterungsfrage. Hier rennt er offene Türen ein, denn schon im Oktober werden die Sozialpartner eine Erweiterungskonferenz durchführen. Ich begrüße auch sein Bekenntnis zu einer seriösen Vorbereitung auf die EU-Erweiterung. Nichts anderes will ich auch, wenn ich darauf dränge, den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich optimal für die Erweiterung zu stärken", reagiert Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich auf die jüngste Kritik des GPA-Chefs an einer Senkung der Lohnnebenkosten.

"Ich halte aber drittens fest", so Leitl, "dass nicht 400.000 Arbeitsplätze durch die Erweiterung gefährdet sind. Wohl aber könnte ein Teil der Unternehmen trotz der großen Erweiterungsvorteile für viele Betriebe infolge des harten Kostenwettbewerbs geplante Investitionen künftig außerhalb von Österreich verlegen und nicht im Inland vornehmen. Wirtschaftstreuhänder schätzen, dass dies auf jeden fünften Betrieb zutreffen könnte, sodass damit die Weiterentwicklung dieser Betriebe nicht mehr primär in Österreich stattfindet. Diese Betriebe repräsentieren ein Potential von etwa 400.000 Arbeitsplätzen. Ein Abfluss von Investitionen hat aber längerfristig selbstverständlich nachteilige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt." Daher müsste es eine gemeinsame Aufgabe der Sozialpartner sein, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wobei aus Sicht der Wirtschaft eine der sinnvollen Maßnahmen eine Senkung der Lohnnebenkosten ist.

Es sei im Übrigen, meint Leitl, noch gar nicht so lange her, dass sich Gewerkschaftsvertreter Sorgen um die hohe Lohnkostendifferenz zwischen Österreich und den Erweiterungsstaaten gemacht haben: "Mit einer vernünftigen Lohnnebenkostensenkung kann man diesen Sorgen Rechnung tragen. (NL)

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