Verkehrswirtschaft: 40. KONGRESS DER ITF - Solidarität globalisieren

Liberalisierung und Deregulierung bedrohen Lebensgrundlage der Beschäftigten in der Verkehrswirtschaft

Wien (GDE/ÖGB). 574 Delgierte und 355 BeraterInnen von insgesamt 296 Gewerkschaften nahmen vom 14. bis 21. August 2002 am Kongress der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) in Vancouver (Kanada) teil. Aus Österreich waren die Gewerkschaften der Eisenbahner (GdE), der Gemeindebediensteten (GdG) und die Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV) am Kongress vertreten. Der Internationalen Transportarbeiter-Föderation gehören weltweit 605 Gewerkschaften aus 137 Ländern an. Insgesamt organisieren sich in der ITF rund fünf Millionen Beschäftigte der Verkehrswirtschaft. ++++

Dieser erste ITF-Kongress des 21. Jahrhunderts stand ganz im Zeichen der Bedrohung durch die negativen Auswirkungen der Globalisierung. Gewerkschaftsmitglieder in aller Welt wurden aufgerufen, an der Stärkung ihrer Organisationen gemeinsam mitzuwirken, weitere Beschäftigte gewerkschaftlich zu organisieren und sich entschlossen gegen die Ausbeutung der ArbeitnehmerInnen zu stellen. In einer Reihe eindrucksvoller Reden zum Motto des Kongresses, "Solidarität globalisieren", nannten die Delegierten die weltweite Solidarität und die Stärkung der Gewerkschaften als oberstes Ziel. Dies sei allein schon wegen der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft wichtig. Zugleich müsse Regierungen und Arbeitgebern klar sein, dass es erbitterten Widerstand geben werde, wenn Rechte der Arbeitnehmer eingeschränkt werden.

Für eine noch stärkeren Solidarität zwischen den der ITF angeschlossenen Gewerkschaften sollen eigene Koordinatoren in den nationalen Gewerkschaften für dieses Ziel genannt werden. Ebenfalls wurde im Arbeitsprogramm unter dem Thema des Kongresses die stärkere Zusammenarbeit mit den Bewegungen der Zivilgesellschaft gegen die neoliberale Globalisierung und die aktive Teilnahme der ITF am Weltsozialforum als deren Hauptversammlung beschlossen.

Bei den am letzten Kongresstag durchgeführten Wahlen wurden Umraomal Purohit (Gewerkschaft der Eisenbahner Indiens) als Präsident und Wilhelm Haberzettl (Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner Österreichs) als Vize-Präsident für die nächsten vier Jahre wieder gewählt. Der Vorsitzende der deutschen Gewerkschaft TRANSNET, Norbert Hansen, ist neuer Präsident der Sektion Eisenbahn der ITF.

ÖGB, 22. August 2002 Nr. 656

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