Mitterbauer: Weiter in Innovation investieren

IV-Präsident Mitterbauer in Alpbach: Innovationspolitik muss nachhaltig fortgeführt werden - Für Erreichung des Innovationsziels 2,5 Prozent F & E Quote im Jahr 2005 fehlen 900 Wissenschafter und Fachpersonal jährlich - Innovationspolitik muss stärker zwischen Europa, dem Bund und Ländern vernetzt werden - Neue WIFO-Studie zeigt: Hohes Potenzial für Bundesländer bei F & E-Aktivitäten -Insgesamt werden 2002 1,95 des BIP für F & E aufgewendet

Alpbach (PdI) "Wir alle stehen unter dem Eindruck der Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Österreichs, einer konjunkturellen Unsicherheit und einer schwierigeren Situation am Arbeitsmarkt. Trotzdem muss - gerade auch wenn eine Steuerreform auf 2004 verschoben wurde - weiter nachhaltig in Innovation investiert werden: Investitionen in Innovation sind Investitionen in die Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit von morgen", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), DI Peter Mitterbauer, anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit BM Ing. Mathias Reichhold zu innovationspolitischen Schwerpunktsetzungen in der laufenden Legislaturperiode aus Sicht der Industrie. Diesen Appell richtete der Industrie-Präsident an die öffentliche Hand und Unternehmen. "Besonders die Unternehmen brauchen jedoch die mittelfristige Sicherheit in den finanziellen Rahmenbedingungen."

Vorrangig möchte die Industriellenvereinigung in Sachen Innovationspolitik zwei Maßnahmenfelder verbessert wissen: Die Vernetzung der europäischen und österreichischen Innovationsaktivitäten sowie die Erhöhung der Anzahl von Forschungspersonal in Österreich, um das Ziel im Jahr 2005 eine F&E-Quote von 2,5 Prozent in Österreich zu erreichen auch realistisch erscheinen zu lassen. "Kooperationen und Netzwerke sind zentrale Themen der Technologiegespräche: Wir müssen die Innovationspolitik verstärkt vernetzen", erklärte der IV-Präsident. "Das bedeutet Vernetzung in den Schwerpunkten und Prioritäten zwischen europäischen und nationalen Innovationsstrategien. Österreich muss zu einem starken europäischen Player im europäischen Forschungsraum werden und am 6. F&E Rahmenprogramm der EU (mit 17,5 Mrd. € auf 4 Jahre dotiert) aktiv mitwirken. Das heißt aber auch verstärkte Vernetzung und Kooperation zwischen Bund und Ländern - hier liegt ungehobenes Potenzial."

WIFO-Studie zu F&E-Bundesländeraktivitäten - Ergebnisse

IV-Präsident Mitterbauer präsentierte einzelne Ergebnisse einer von der Industriellenvereinigung in Auftrag gegebenen WIFO-Studie zu den F & E Aktivitäten der österreichischen Bundesländer:

· Der Hauptanteil der F & E-Finanzierung wird vom Bund geleistet. 2002 werden in Österreich - nach aktuellster Schätzung -4, 217 Mrd. € in F & E investiert. Der Anteil der gesamten F & E Ausgaben am BIP wird 1,95 Prozent betragen. Davon finanzieren die Länder 268 Mio. Euro, dies entspricht 0,12 Prozent des BIP bzw. 6,4 Prozent der gesamten F & E Ausgaben Österreichs. Im Vergleich dazu:
Der Anteil des Bundes an den Bruttoinlandsausgaben für F & E wird 34,5 Prozent betragen. Im längerfristigen Vergleich nimmt der Anteil des Bundes leicht ab, während jener der Länder leicht zunimmt.

· Besondere F & E-Stärkeprofile ergeben sich für die industriellen Kernländer Wien, Oberösterreich und die Steiermark.

· Die Entwicklung der absoluten F & E-Ausgaben der Bundesländer zwischen 1981 und 2000 zeigt einen allgemein steigenden Trend. Die Top 5 sind Wien, Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Tirol.

· Bei den F & E-Ausgaben der Bundesländer in Prozenten des Länderhaushaltes zwischen 1993 und 1999 zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Der Anteil der
F & E Ausgaben am Landesbudget war in Vorarlberg (1, 6 Prozent) am höchsten. Es folgen Kärnten und Steiermark.

Die Industriellenvereinigung fordert, dass die Investitionen "gematcht" werden: "Wenn Länder investieren wollen, dann muss der Bund verstärken - Wo der Bund stark investiert, müssen die Länder ihr Engagement verstärken".

Zweites Maßnahmenfeld: "Die besten Köpfe für Innovation"

"Investitionen in Innovation sind das eine Maßnahmenfeld - ohne qualifizierte Wissenschafterinnen und Technikerinnen kann die F & E-Quote aber nicht erhöht werden", betonte der IV-Präsident. Der personelle Bedarf in Sachen Innovation ist jedenfalls hoch:

Die Erhöhung der F & E-Quote auf 2,5% des BIP entspricht einem jährlichen Bedarf von rund 1950 - 2700 Wissenschaftern und Technikern in naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen. Dem steht ein Angebot an inländischen Studienabsolventinnen und -absolventen von rund 1300 - 1500 Personen pro Jahr gegenüber. "Damit ergibt sich im Durchschnitt eine Lücke von jährlich rund 900 Personen. Dass dieser Mangel derzeit noch nicht massiver spürbar ist, liegt an der Konjunkturschwäche. Mit der konjunkturellen Erholung im kommenden Jahr wird der Mangel an qualifiziertem F & E-Personal aber virulent."

Die Industrie schlägt folgende - beispielhafte - Maßnahmen vor:

· Mehr Erstinskribierende für naturwissenschaftlich-technische Studienrichtungen durch gezielte Awarenessprogramme.
Good practices sind die Initiative MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) in Deutschland zur Verzahnung von Wirtschaft, Hochschulen und Schulen oder das Programm "Science in a technological society" in Israel zur Förderung wissenschaftlicher und technischer Fähigkeiten an Schulen.

· Erleichterung der Mobilität in Hinblick auf Wissenschafterinnen und Wissenschafter sowie Technikerinnen und Techniker.
Good practices sind beispielsweise eine Verstärkung der Rückkehrprogramme für Österreicher, die sich derzeit im Ausland aufhalten und die Erweiterung der Expatriates-Regelung für ausländische Schlüsselkräfte in Richtung reduzierter Steuersätze für einen bestimmten Zeitraum (Dänemark, Niederlande, Finnland, Schweden).

Wie bei jedem strategischen Prozess muss auch die Innovationsstrategie nachhaltig gesteuert werden. Mitterbauer: "Die Wirtschaft, insbesondere die Industrie fühlt sich in diesem Prozess als natürlicher Partner, der heute - die Investitionen internationaler Unternehmen in Österreich mitgerechnet - 60 Prozent der F & E-Investitionen in Österreich trägt (Der EU-Schnitt liegt bei 55 Prozent)." Aufgrund dieser Rolle erwarte sich die Industrie ein Mitspracherecht bei der Innovationsstrategie, aber auch bei der Vergabe von Forschungsmittel durch Bund und Länder.

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