Brauner und Schicker: "Gender Mainstreaming" auf Bezirksebene

Wien (OTS) - Gleiche Chancen und Rechte in der Gesellschaft für Frauen und Männer sind eine Querschnittsmaterie, die sich in allen Bereichen des Wiener Regierungsprogrammes "100 Projekte für Wien" wiederfinden. Das in der Fachsprache als "Gender Mainstreaming" bezeichnete Prinzip bedeutet in der konkreten Umsetzung die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen von Frauen und Männern im politischen Handeln. Alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen soll noch stärker in der Wiener Stadtplanung Eingang finden und zur generellen Handlungsanleitung werden, sind sich Wiens Frauenstadträtin Renate Brauner und Planungsstadtrat Rudolf Schicker einig: "Gender Mainstreaming" in der Planung ist eine Aufforderung an die Stadt- und VerkehrsplanerInnen, sich die Auswirkungen ihrer Planungen und Projekte konkret für Frauen und Männer, aber auch für Lebensphasen und verschiedene kulturelle Hintergründe zu überlegen und die unterschiedlichen Nutzungsinteressen und Bedürfnislagen sorgfältig abzuwägen". Vergangenen Herbst haben Brauner und Schicker dazu das Pilotprojekt eines "Gender Mainstreaming-Modellbezirks" initiiert, zu dem nunmehr erste konkrete Umsetzungsschritte vorliegen.****

Insgesamt haben sich 19 Bezirke - eine sehr erfreuliche Anzahl -für diesen Pilotversuch interessiert. In akribischer Kleinarbeit haben nun in den vergangenen Monaten die MitarbeiterInnen der Leitstelle für alltags- und frauengerechtes Planen unterstützt von der MA 14 - der EDV-Abteilung des Magistrats - für alle interessierten Bezirke ein Kartenmaterial erarbeitet, das den Bezirken eine Analyse ihres Ist-Zustandes sowie auch hinsichtlich allfälliger Defizite im öffentlichen Raum vermittelt.

In dem zweiteiligen Kartenwerk sind erstmalig die "Netzqualitäten" sowie die "Netzdefizite" jeweils für einen Wiener Bezirk im Gesamtüberblick zusammengefasst. Im Kartenteil "Netzqualität" ist dargestellt, wie gut die Erreichbarkeit der Ziele des lokal gebundenen Verkehrs durch ausreichend breite Gehsteige, Gehsteigvorziehungen, ampelgeregelte Kreuzungen etc. in ihrem Bezirk ist. Aus dem Kartenteil "Netzdefizite" wird ersichtlich, wo überall im öffentlichen Wegenetz Qualitätsmängel aus der Sicht der FußgängerInnen vorhanden sind: zu schmale Gehsteige, Beeinträchtigungen durch Gehsteig-Parker, Unfallhäufungspunkte, fehlende Querungshilfen, schlechte Gehbeläge etc.

In beiden Kartenteilen sind für den lokal gebundenen Verkehr wichtige Ziele verzeichnet: Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Parks, ...
Die Kombination der Ziele des lokal gebundenen Verkehrs mit den ausgewiesenen Defiziten stellt eine wichtige Grundlage für die Prioritätensetzung bei der Mängelbehebung dar. Denn man kann davon ausgehen, dass dort durchgeführte Verbesserungen besonders vielen betroffenen Personen zugute kommen.

Diese Karten werden in den nächsten Tagen den Bezirken zugesandt und sollen eine Hilfestellung bei der geschlechtssensiblen Entscheidungsfindung für Projekte und Vorhaben im öffentlichen Raum darstellen. In der weiteren Folge werden auch eigene Schulungs- und Informationsangebote sowie ein eigenes Handbuch für die Bezirke erarbeitet. Danach erfolgt die Auswahl eines bzw. auch mehrer Pilot-bzw. Modellbezirke. (Schluss) gb

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