ÖAMTC begrüßt Tiroler Flugrettungsgesetz

Sicherheit der Patienten und Crew stehen im Vordergrund

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Höchste Zeit, dass im Interesse der Crew und der zu rettenden Personen geordnete Verhältnisse und gleiche Rahmenbedingungen für alle Anbieter bei der Flugrettung geschaffen werden", begrüßt der Direktor des ÖAMTC Tirol, Walter Ploner, das geplante Tiroler Flugrettungsgesetz. Wesentlicher Punkt ist dabei die Sicherheit, wobei es ein unbedingtes Erfordernis ist, dass jeder in Tirol zum Einsatz kommende Hubschrauber auch auf den höchsten Bergen retten kann.

Mit der Novelle der Zivilen Ambulanz und Rettungsflug-Verordnung (ZARV) werden nun die schon lange angekündigten europäischen Luftfahrt-Bestimmungen umgesetzt. Notarzthubschrauber müssen nun endgültig ab 1. Jänner 2003 zweiturbinig ausgerüstet sein. Das für die Luftfahrt zuständige Verkehrsministeriums hatte schon 1996 auf diese ursprünglich mit 1. April 1998 in Kraft tretende Bestimmungen hingewiesen, wonach in Europa nur noch zweiturbinige Notarzthubschrauber mit hoher Leistung eingesetzt werden dürfen. Eine Qualität, die in anderen Ländern schon seit Jahren Standard ist. Der Termin 1. April 1998 wurde aus Rücksichtnahme bereits mehrfach verschoben, sodass für alle gleichermaßen Zeit genug war, sich auf diese kommenden Bestimmungen vorzubereiten.

Im neuen Tiroler Flugrettungsgesetz werden diese Sicherheitsaspekte nunmehr konkret umgesetzt. Korrekter Wunsch der Verantwortlichen im Land ist, dass die zum Einsatz kommenden zweiturbinigen Hubschrauber im Interesse der Bevölkerung und der Gäste Tirols für alle Gebiete, also auch zur Rettung von Menschen in sehr hohen Lagen geeignet sein müssen und die Einsatzsteuerung zur bestmöglichen Koordinierung über eine vorgegebene Leitstelle zu erfolgen hat.

Zu viele Standorte gefährden seriöse Flugrettung in Tirol

Kritisiert wird seitens Ploner die mit zwei Jahren zu lange Übergangsfrist, da alle Hubschrauber-Betreiber um die notwendige Leistungsfähigkeit von Helikoptern, die im Hochgebirge Notarzteinsätze fliegen, Bescheid wissen.
Abgelehnt wird in diesem Zusammenhang die noch rasch zustande gekommene Stationierung eines diesem neuen Gesetz nicht entsprechenden Hubschraubers im Zillertal.

Auf Grund der hohen Vorhaltekosten ist für Hubschrauberstandorte zur Existenzsicherung ein Minimum an Einsätzen erforderlich. In Deutschland sind das z.B. 1.200 Einsätze und erst nach vorhergegangener Bedarfsprüfung kommt seitens des jeweiligen Landes die Bewilligung für eine Stationierung. Aus diesem Grund wehrt sich auch das Bayerischen Ministerium für Inneres gegen
grenznahe unkoordinierte Standorte in Reutte und Kufstein, die die gut organisierte bayerische Rettungslogistik gefährden.

Allein mit den drei Christophorus Notarzthubschraubern, die der ÖAMTC ab 1983 in Nordtirol zu stationieren begonnen hat, gibt es nach international gesehenen Standards eine perfekte Versorgung. Die zusätzlichen vier Standorte in Waidring, Kufstein, Reutte und seit kurzem im Zillertal machen die Flugrettung auf hohem Standard unfinanzierbar und würden über kurz oder lang bei der Christophorus-Flotte einen Qualitätsrückschritt in die frühen Flugrettungsjahre bedeuten.

Schon 1984 hat der ÖAMTC erkannt, dass ein Hubschrauber, wie er z.B. nun im Zillertal in Betrieb genommen wurde, für das Hochgebirge ungeeignet ist. Als Konsequenz wurde diese Type aus Tirol abgezogen und im Osten Österreichs eingesetzt.

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