SJÖ: Frauenselbstbestimmung beinhaltet auch Recht auf Abtreibung

Kollross: Abtreibungsverbot heißt nicht weniger Abtreibungen, sondern mehr Frauen, die bei Abtreibungen sterben!

Wien (SK) "Abtreibung ist weder Notlösung noch Tötung. Sie ist ein Frauenrecht, das sich aus der Freiheit ableitet, Zeitpunkt und Zahl der Kinder eigenverantwortlich zu bestimmen. Dazu gehört auch das Recht, sich bewusst für Kinderlosigkeit zu entscheiden", erklärte Andreas Kollross, Verbandsvorsitzender der SJÖ (Sozialistische Jugend Österreich) am Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Anlass ist eine Radtour der Abtreibungsgegner Innenorganisation Pro Life durch Österreich. Geplant sind SJÖ-Protestaktionen in Linz, Innsbruck, St. Pölten und Wien. ****

Für Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, bedeutet Frausein im Gegensatz zum Mannsein, die Möglichkeit schwanger zu werden. "Menschsein muss für Frauen bedeuten, nicht schwanger werden zu müssen. Erst die freie Abtreibung macht das Kinderkriegen frei", so Vasold.

Die SJÖ wehrt sich auch gegen die Methoden, mit denen die AbtreibungsgegnerInnen versuchen, betroffene Frauen psychisch unter Druck zu setzen. Frauen werden vor Abtreibungskliniken verbal und durch das Verteilen von Plastikembryos und ähnlichen Geschmacklosigkeiten psychisch terrorisiert. Dass die Entscheidung zur Abtreibung für eine Frau sicher keine leichte ist, interessiert die AbtreibungsgegnerInnen herzlich wenig.

Der fanatische Wahn, mit dem die AbtreibungsgegnerInnen ihre Ziele durchzusetzen versuchen, geht am Thema vollkommen vorbei. "Es ist nicht nur so, dass Morddrohungen gegen ÄrztInnen und MitarbeiterInnen der Kliniken einen Widerspruch zum erklärten Ziel, nämlich dem Schutz des Lebens, darstellen und fraglos verwerflich sind. Das Verbot von Abtreibungen löst das Problem nicht. Im Gegenteil: Frauen, die ungewollt schwanger werden, drängt dieses Verbot in die Illegalität. Das Risiko an den Folgewirkungen unprofessioneller Abtreibungen zu leiden oder zu sterben, ist ungleich größer", erklärte Angelika Friedl, Koordinatorin der SJÖ-Protestaktion.

Die SJÖ ruft zum Protest gegen diese menschenverachtende Art der Bevormundung von Frauen auf. Hart erkämpfte Frauenrechte dürfen nicht durch fundamentalistische Fanatiker beseitigt werden. "Abtreibungsverbot heißt nicht weniger Abtreibungen, sondern mehr Frauen, die bei Abtreibungen sterben", so Kollross, Verbandsvorsitzender der SJÖ abschließend. (Schluss) wf/mp

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