Salzburger Festspiele: YOUNG DIRECTORS PROJECT powered by Montblanc

Wien (OTS) - Zum ersten Mal fand im August 2002 im Rahmen der Salzburger Festspiele ein Wettbewerb junger europäischer Theaterregisseure und ihrer Ensembles statt. Initiator des YOUNG DIRECTORS PROJECT war Jürgen Flimm, seit 2002 Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele. Mit dieser Premiere wollte Jürgen Flimm dem Publikum der Salzburger Festspiele, vor allem den jüngeren Zielgruppen, internationale Regisseure mit ausgewählten Produktionen vorstellen, die an der Schwelle zum Weltruhm stehen.

Sponsor und damit großzügiger Ermöglicher der YOUNG DIRECTORS PROJECT ist das Unternehmen Montblanc, Hersteller luxuriöser Schreibgeräte, Uhren, edler Lederwaren und Juwelieraccessoires. Neben dem Montblanc Arts Patronage Award, einem Preis für Mäzene, und der Kooperation mit der Philharmonie der Nationen, ist das YOUNG DIRECTORS PROJECT ein weiteres internationales Förderprojekt der Kulturmarke Montblanc im Bereich experi-menteller junger Kunst.

Eine prominent besetzte Jury - bestehend aus Frau Dr. Helga Rabl-Stadler (Präsidentin der Salzburger Festspiele), Thaddaeus Ropac (Galerie Ropac) und Peter Simonischek (Schauspieler und diesjähriger "Jedermann" der Salzburger Festspiele) - ermittelte den Gewinner des MONTBLANC YOUNG DIRECTORS AWARD 2002. Dieser Preis besteht aus einem Siegerscheck in Höhe von Euro 10.000,-- sowie den exklusiv für dieses Projekt entworfenen MONTBLANC MAX REINHARDT PEN.Der MONTBLANC YOUNG DIRECTORS AWARD 2002 wurde am 18. August 2002 im Rahmen einer Matinée im Salzburger Stadtkino vergeben.

Jurybegründung für die Vergabe des MONTBLANC YOUNG DIRECTORS Award 2002:

Der MONTBLANC YOUNG DIRECTORS Award wird für innovative und zukunftsweisende ästhetische Umsetzungen in der Theaterregie vergeben.

Wir haben die drei gezeigten Inszenierungen folgendermaßen bewertet:

Igor Bauersima hat mit seiner Inszenierung von DAS MASS DER DINGE mit großen darstellerischen Leistungen seiner Schauspieler, einem abstrakten Bühnenbild, das mittels Video-Projektionen imaginäre und alltägliche Räume schafft, und vor allem dem großen, unmittelbaren Zuspruch des Publikums sehr überzeugt. Der Ausgang des Stücks war uns allerdings zu elegant und zu wenig widersprüchlich und hätte stärkerer Akzente seitens des Regisseurs bedurft.

Oskaras Korsunovas hat mit einer brachialen und leidenschaftlichen, von großer Bildkraft geprägten und ideenü-berbordenden Theatersprache beeindruckt. Die mit großer Spannung und Rhythmus ge-führte Arbeit des Chors der griechischen Tragödie in KÖNIG ÖDIPUS und aller Darsteller, die sein handwerkliches Können unter Beweis stellen und vor allem die Intensität seiner Arbeit, die die Theaterbesessenheit dieses jungen Regisseurs spürbar macht,

waren für uns überzeugend.

Die Mittel seines Theaters sind vielseitig, wurden allerdings auch in zu großer Fülle eingesetzt, so dass sich

gewohnte und überfrachtete Sehbilder ergeben, die wiederum die Kreativität vieler Regieeinfälle reduzieren.

Frédéric Fisbach hat vor allem mit einem intelligenten und radikalen Regiekonzept für ein sehr schwieriges und große Herausforderungen stellendes Stück, LES PARAVENTS von Jean Genet, beeindruckt. Die Auflösung der Figuren in Schauspieler, Sprecher und Marionetten sehen wir als einen mutigen und stringent konzeptionell

gedachten Zugang zu Genets Stück, in dem die Sprache einen großen Stellenwert erfährt und auch die Infragestellung von Theater bis hin zur Auflösung des Theatralischen thematisiert ist. Dieses Konzept wurde sichtbar, auch wenn poetisch sinnliche Momente im Zusammenspiel von Schauspielern und Marionetten und anderen

Elementen für den Zuschauer nicht ausreichend erfahrbar sind und das Videokonzept erst im zweiten Teil überzeugen konnte.

Die Jury hat sich entschlossen, allen drei Arbeiten Anerkennung zukommen zu lassen, aber die konzeptionell besonders herausragende Leistung von LES PARAVENTS hervorzuheben.

Der MAX REINHARDT PEN geht an Frédéric Fisbach für seinen radikalen Zugang und seine aufwändige Umsetzung zu Genets LES PARAVENTS.

Der MONTBLANC YOUNG DIRECTORS Award 2002 geht - zu gleichen Teilen - an alle drei Teilnehmer, die hier beachtenswerte Arbeiten präsentiert haben, und die uns eine "leichte Entscheidung" nicht möglich gemacht haben.

Die Jury

Helga Rabl-Stadler
Thaddaeus Ropac
Peter Simonischek

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Weitere Informationen und Bildmaterial unter

Rückfragen & Kontakt:

Brigitte Gauss
Pressebüro Montblanc Österreich
Mobil: 0664/150 34 14
brigitte.gauss@kreativstudio.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS