Stadtfeste verleiten zu Alkoholkonsum - dann aber bitte ohne Auto!

So eine Erdbeerbowle besteht doch hauptsächlich aus Früchten - so gut wie kein Alkohol. In diesem Irrglauben lebend, konsumiert der eine oder andere seine Promille beim Heurigen. Soll sein - dann aber Finger weg vom Lenkrad

Wien (OTS) - Im Sommer ist die Zeit der Kirtage, Großheurigen und Feuerwehrfestln. Zu groß ist die Verlockung zwischen Schießbude, Knoblauchlangos und Autodrom, ein paar Bier oder ein paar G'spritzte zu konsumieren. Im Prinzip spricht nichts dagegen - solange man sich nicht hinters Steuer setzt.

Im Jahr 2001 haben sich auf Österreichs Straßen 2.559 Unfälle in Verbindung mit Alkohol ereignet, davon kamen 69 Menschen zu Tode. Der mit Abstand höchste Prozentsatz an Alkoholunfällen ereignet sich nachts und in den frühen Morgenstunden - die Zeiten um den Großheurigen oder ein anderes Festl zu verlassen.

Grundsätzlich sollte man vorm Autofahren, der Sicherheit zuliebe gänzlich auf alkoholische Getränke verzichten. Der Gesetzgeber erlaubt maximal 0,5 Promille, für Probeführerschein-Besitzer sowie Lkw- und Buslenker gilt sogar die 0,1-Promillegrenze.

"Alkohol verändert schon in geringen Mengen unser Reaktions- und Wahrnehmungsvermögen. Bei 0,5 Promille ist das Unfallrisiko bereits doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand, bei 0,8 Promille steigt dieses Risiko sogar auf das Vierfache", warnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Wovon ist die Promillehöhe abhängig?

  • Körpergewicht
  • Zeitraum, in dem der Alkohol getrunken wird
  • Magenfüllung
  • Individuelle Relation zwischen Muskel- und Fettgewebe
  • Geschlecht
  • Gesundheitszustand

Entgegen dem noch immer weit verbreiteten Irrglauben ist die Promillehöhe nicht von der subjektiven Befindlichkeit oder der Selbsteinschätzung der Trinkfestigkeit abhängig. Auch wenn man sich noch nicht "blau" fühlt, kann bereits eine körperliche Beeinträchtigung vorliegen. Auch körperliche Betätigung ist kein Heilmittel gegen den Schwips: Alkohol kann man nicht "herausschwitzen". Den Heimweg vom Kirtag sollte man daher mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi antreten.

21 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 8 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 15 Pkw-Insassen (davon 12 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 1 Motorrad-Lenker, 1 Motorrad-Mitfahrer und 3 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (7), Überholen (4), Unachtsamkeit (2), Übermüdung (1), Fahrfehler (1) und Sonstige (2) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden.
1 Radfahrer kam durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei 3 Verkehrsunfällen Mitursache. 12 der 19 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 7 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.
Vom 1. Jänner bis zum 18. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 555 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 590 Menschen tödlich.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225
http://www.kfv.at

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