"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ka und Shir Khan" (von Claudia Gigler)

Ausgabe vom 19.8.2002

Graz (OTS) - Die kleine Susi zog aus, ihrer Partei durch den bedrohlichen Dschungel der Politik einen Weg an die Sonne zu bahnen. Mogli im Glück, beschützt von Freunden, nur vorübergehend in Gefahr, vom Wege abgebracht zu werden durch die verführerische Schlange Jörg, im Dschungelbuch Ka?

Zuletzt schien es, als sei die Rolle Susanne Riess-Passers eher die Rolle der sich windenden Schlange, bedrängt von Jörg Haider, der sich zunehmend gefällt in der Pose des unvermutet aus der Deckung angreifenden Tigers Shir Khan, um beim Vergleich aus der Literatur zu bleiben.

Warum funktioniert es nicht, das Doppelspiel zwischen Susi und Jörg, obwohl es sich anderswo bewährt, etwa im Schlagabtausch der ÖVP- Länderfürsten gegen den Chef?

Die Antwort ist einfach: Die Susi ist kein Waisenkind. Sie sog die Lehre des Tigers mit der Muttermilch auf, ihr kam die Ehre der Zweiten im Rudel zu, sie durfte sogar die Chefin spielen.

Doch der Tiger ist kein Rudeltier. Er herrscht oder er tritt ab. Haider herrscht. Seine Erbin wird sich ihm kämpfend stellen müssen. Oder aber letzten Endes doch noch auf das schwierige Vermächtnis verzichten.

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