"Kleine Zeitung" Kommentar: "Trübe Gewässer" (von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 14.08.2002

Graz (OTS) - Die Not, welche die Urgewalten des Wassers den
Menschen bescherte, bringt selbst die mit allen Wassern gewaschenen Politiker zum Verstummen.

Bei manchen ist die Unkenntnis allerdings durch kein Wässerchen getrübt. Das gilt für jene, die glauben, das in einigen Jahren benötigte Geld für die Abfangjäger könnte jetzt schon für die Flutopfer ausgegeben werden. Oder für jene, die im Katastrophenfonds ein märchenhaftes Reservoir für mildtätige Gaben ans Volk vermuten.

Worum es aber jetzt geht, ist rasche Hilfe statt flinker Worte. Die Politiker müssen beherzte Taten setzen, die direkt wirkt und nicht in ein paar Jahren. Das Hilfspaket mit der Aufstockung des Katastrophenfonds, wie es der Ministerrat heute schnürt, wird einzig daran gemessen werden.

Anschließend muss sich die Regierung ohnehin die Frage stellen,
ob sie mit dem Kauf der teuren Abfangjäger nicht eine Provokation zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gesetzt hat. Zum jetzigen Zeitpunkt kann aber auch ein Verzicht auf die Eurofighter den Menschen in Not nicht helfen.

Wer nicht wahrhaben will, was jetzt wichtig ist und was später, fährt mit trübem Blick durch ebensolche Gewässer. ****

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