100 Mio. Euro Soforthilfe für die vom Hochwasser Betroffenen

LH Pröll: Die Beträge werden umgehend ausbezahlt

St.Pölten (NLK) - Für die vom Hochwasser Betroffenen wird das Land Niederösterreich als Soforthilfe 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Diesen Beschluss hat die NÖ Landesregierung in ihrer heutigen Sondersitzung unter Vorsitz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gefasst. "Einzigartige Situationen erfordern einzigartige Maßnahmen", begründete der Landeshauptmann diese Entscheidung, und die Gelder sollen sofort fließen. Die Schadenskommissionen werden umgehendst mit der Erhebung der Schäden beginnen. Um ausreichend Experten zur Hand zu haben, werden deshalb bei den Gebietsbauämtern auch alle Sachverständigen konzentriert. Darüber hinaus wird die dafür zuständige Abteilung beim Amt der NÖ Landesregierung personell aufgestockt, Anträge werden rund um die Uhr behandelt. Pröll: "Alle Schadensmeldungen die hereinkommen, werden umgehend abgewickelt, damit bereits am nächsten Tag die Auszahlung der Gelder erfolgen kann."

In einem ersten Durchgang soll zunächst ein Sockelbetrag in Höhe von 20 Prozent des Schadens abgedeckt werden. In einem weiteren Durchgang erfolgt eine individuelle Beurteilung, wobei je nach Ausmaß des Schadens, bis zu 50 Prozent und mehr abgedeckt werden können. "Wir werden im Interesse aller Betroffenen die bestehenden Richtlinien äußerst exzessiv ausnützen," so Pröll. Diese finanziellen Mittel sollen sowohl für Private als auch für Gemeinden und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wird das Land im Rahmen einer Wohnbauförderung-Sonderregelung für Kredite die Haftung übernehmen. Auch das Personal des psychologischen Beratungsdienstes wird in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz von derzeit 5 auf 10 aufgestockt.

Die Schäden dieses Hochwassers sind auf jeden Fall enorm. Allein im Waldviertel sind rund 25.000 bis 30.000 Menschen davon betroffen. Dazu kommen weitere Zigtausende im Donautal. "Der Schaden geht in die Milliarden, auch wenn sich eine Gesamtsumme derzeit nicht beziffern lässt." Für Pröll habe dieses Hochwasser aber einmal mehr gezeigt, dass die "Familie Niederösterreich" zusammensteht. In diesem Zusammenhang dankte der Landeshauptmann auch den Tausenden Freiwilligen der Einsatzorganisationen sowie all jene Tausenden, die ebenfalls helfen und nicht in Verbänden organisiert sind. Neben Geld-und Sachspenden würden dankenswerterweise viele Organisationen und Firmen die Betroffen unterstützen, auch das vom Land eingerichtete Spendenkonto werde sehr gut angenommen. Hilfe für Niederösterreich erwartet sich der Landeshauptmann auch von der Bundesregierung, die morgen, Mittwoch, eine Sondersitzung abhält, bei der weitere Soforthilfen für die vom Hochwasser Betroffenen beschlossen werden. Pröll: "Den Betroffenen ist es egal, woher das Geld kommt, wichtig ist sie, dass sie es rasch bekommen." Sollten alle Stricke reißen, würde man auch ein höheres Budgetdefizit des Landes in Kauf nehmen. Zudem wird die vom Land Niederösterreich bewilligte Dienstfreistellung für Bedienstete, die in Einsatzorganisationen tätig sind, aufgestockt. Statt wie bisher 3 Tage kann der Abteilungsleiter den Bediensteten ab sofort eine Woche für Einsätze freigegeben.

Im Waldviertel und im Donautal ist die Hochwassersituation nach wie vor dramatisch, berichtete Landesrat Dipl. Ing. Josef Plank, der auch den professionellen Einsatz der Hilfskräfte lobte. Beim Donaupegel Kienstock wird um 16 Uhr ein Stand von 10,10 Meter erwartet, die kritische Situation für die Wachau liegt jedoch bereits bei 9,80 Meter. Zudem wird in den nächsten Stunden vor allem im Unterlauf des Kamp mit weiteren schweren Überflutungen gerechnet. Alle notwendigen und möglichen Maßnahmen wie Evakuierungen seien getroffen. Dazu kommt, dass auf Grund des Hochwassers in Tschechien weiteres Wasser aus dem Norden nach Niederösterreich "reingedrückt" wird und für zusätzliche Belastungen im nördlichen Niederösterreich sorgt, berichtete Plank.

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