Tschechien übernimmt Poleposition bei österreichischen Direktinvestitionen Utl: Fast schon "Heimmarkt" für österreichische Unternehmen

Wien (PWK578) "Tschechien entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem erweiterten Heimmarkt für österreichische Unternehmen", beschreibt Michael Angerer, österreichischer Handelsdelegierter in Prag das rege wirtschaftlichen Interesse der ca. 3.500 heimischen Firmen am nördlichen Nachbarn. Direktinvestitionen im Wert von rund 3 Mrd. € hievten das aufstrebende Land, das Engagement österreichischen Kapitals betreffend, in die Poleposition aller Reformstaaten.

Besonders Österreichs Bauunternehmer, die am heimatlichen Markt zur Zeit Einbußen hinnehmen müssen, nutzen die Chancen der kräftig expandierenden tschechischen Bauindustrie. Wachstumsraten der Branche von 9,6 % im Jahr 2001 und 4,5 % in den ersten fünf Monaten des Jahres 2002 verhalfen der österreichischen Bauwirtschaft zu Großaufträgen im Hoch- und Tiefbau, wie z.B. Errichtung von Büro- und Geschäftszentren oder Produktionsstätten in den 60 neuen Industrieparks. So konnte sich beispielsweise Strabag über den Zuschlag zur Errichtung eines Teilstücks der Autobahn D47 in Nordmähren freuen. Von den regen Aktivitäten der Häuselbauer profitiert Baumax, die Baumarktkette mit dem dichtesten Standortnetz in Tschechien.

Die positive Entwicklung am Bausektor beflügelte in der Folge die Umsätze in der Bau-Zulieferindustrie. Die Tschechientochter des Wienerberger-Konzerns konnte aufgrund steigender Nachfrage einen Produktionszuwachs bei der Ziegel-, Dachziegel- und Dachsteinproduktion verzeichnen und EZ Praha, ein Tochterunternehmen von VA TECH Elin EBG, ist Marktführer im wachsenden Bautechnik- und Gebäudetechniksegment.

Die günstige Kostensituation, die zentrale Lage in Europa und vor allem der baldige EU-Beitritt locken vermehrt internationale Investoren ins Land. Herausragendes jüngstes Beispiel ist die Entscheidung für Tschechien als Produktionsstandort des Konsortiums Toyota und Peugeot, in Kolin bei Prag ein neues Automobilwerk zu errichten. Nicht minder überrascht der Einstieg weiterer japanischer Investoren in Tschechien, da bereits 36 japanische Produktionsunternehmen etabliert sind.

"Die Folge des gegenwärtig starken österreichischen Engagements am tschechischen Produktionssektor ist eine geringere Dynamik bei den heimischen Tschechienexporten, die nach wie vor ein Plus verzeichnen", so der Handelsdelegierte. Die österreichischen Exporte erreichten 2001 einen Wert von € 2,15 Mrd., 2000 lagen sie bei 1,99 Mrd. Besonders gute Lieferchancen bestehen bei Maschinen und Vormaterialien für expandierende tschechische Industrieunternehmen, aber auch im Telekommunikations- und Informationstechnologiebereich besteht rege Nachfrage. "Die Rekordpräsenz von rund 150 Ausstellern bei der bevorstehenden Maschinenbaumesse Brünn untermauert das rege Interesse der österreichischen Wirtschaft", so Angerer.

Die mit dem EU-Beitritt einhergehende Aufstockung der für Tschechien vorgesehenen Kohäsionsfonds-Mittel wird eine Vielzahl von Projekten im Verkehrs- und Umweltbereich auslösen. Um es Interessenten zu ermöglichen, im besonders sensiblen Umweltsektor rechtzeitig Kontakte mit Firmen- und Behördenvertretern zu knüpfen, veranstaltet die Außenhandelsstelle Prag im Frühjahr 2003 eine Wirtschaftsmission zum Thema "Umwelttechnik". (AE)

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