ARBÖ: Verbot von "Kuhfängern" an Geländeautos gefordert

Verkehrsminister soll auf europäischer Ebene tätig werden

Wien (ARBÖ) - Verkehrsminister Ing. Mathias Reichhold solle sich auf europäischer Ebene für ein Verbot von starren Frontschutzbügeln aus Metall an Geländewagen einsetzen, fordert der ARBÖ.

In einem Schreiben an den Minister wies der ARBÖ auf die Gefahr hin, die von den "Kuhfängern" für Fußgänger, aber auch für Insassen anderer Autos ausgeht. Gerade bei Kindern stellen die Frontschutzbügel durch die Erhöhung und Versteifung der Aufprallfläche in Kopfhöhe ein lebensgefährliches Risiko dar.

Anlass für den ARBÖ-Appell an Verkehrsminister Reichhold war eine Initiative des deutschen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig, der kürzlich neuerlich das Verbot von starren "Metall-Kuhfängern" an Geländewagen gefordert hatte. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die deutsche Bundesregierung bei der Europäischen Kommission eine Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zur Notifizierung eingereicht.

ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter ersuchte Verkehrsminister Reichhold nun, die deutschen Bemühungen auf europäischer Ebene zu unterstützen, um möglichst rasch ein derartiges Verbot zu erreichen. Die freiwillige Selbstbeschränkung der europäischen Automobilhersteller bzw. der österreichischen Automobilimporteure erscheint dem ARBÖ wegen der von Frontschutzbügeln ausgehenden Gefahr keinesfalls ausreichend.

Aussendung des deutschen Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen vom 7. August 2002:

Bodewig: Starre Metall-Kuhfänger an Geländewagen müssen verboten werden

Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung starre Frontschutzbügel betreffend bei der Europäischen Kommission zur Notifizierung vorgelegt

"Starre Metall-Kuhfänger an Geländewagen müssen verboten werden", sagte Bundesminister Kurt Bodewig am Mittwoch in Berlin. Dieser "Unsinn" habe auf den Straßen nichts verloren, denn er stelle eine erhebliche Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer dar. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass aus reinen Show-Gründen andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden", betonte der Minister.

Frontschutzbügel aus Metall oder anderen starren Materialien - so genannte Kuhfänger - an Geländewagen seien bei Verkehrsunfällen für ungeschützte Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder, Senioren und Radfahrer, lebensgefährlich. Deshalb habe die Bundesregierung bei der Europäischen Kommission eine Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zur Notifizierung eingereicht. "Ziel ist, diese Kuhfänger an Geländewagen zu verbieten", sagte Bodewig. Nach Inkrafttreten der geänderten Verordnung dürften dann keine Neufahrzeuge mehr mit Frontschutzbügeln aus Metall oder anderen starren Materialien zugelassen werden.

In Deutschland gebe es zur Zeit rund 1,4 Millionen Geländewagen, Tendenz steigend. 60 Prozent von ihnen seien mit Kuhfängern ausgerüstet. Gerade bei Kindern stellten sie durch die Erhöhung und Versteifung der Aufprallfläche in Kopfhöhe ein lebensgefährliches Risiko dar. So werde die für Kinder oftmals tödliche Unfallwucht, die beim normalen Pkw bei 40 km/h liege, bei einem Geländewagen mit starrem Frontschutzbügel bereits bei 20 km/h erreicht. "Deshalb ist es notwendig, die schwächeren Verkehrsteilnehmer besonders zu schützen und die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen mit gefährlichen starren und zudem hierzulande überflüssigen Frontschutzbügeln zu verbieten", stellte Bodewig heraus.

Zudem gebe es Alternativen: Tests hätten ergeben, dass insbesondere nachgebende Frontschutzbügel aus Kunststoff besonders verletzungsträchtige Geländewagenfronten entschärfen könnten.

Zwar habe sich der europäische Verband der Automobilhersteller (ACEA) gegenüber der Europäischen Kommission vertraglich verpflichtet, unter anderem ab Anfang 2002 werksseitig keine Neufahrzeuge mehr mit starren Frontschutzbügeln auszurüsten. Diese Selbstverpflichtung beziehe sich jedoch nur auf Kraftfahrzeuge bis 2,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und erfasse somit die großen Geländewagen mit zum Teil über drei Tonnen zulässiger Gesamtmasse nicht. Man handle jetzt im Vorgriff auf eine spätere europäische Regelung. Damit werde ein wichtiges Anliegen aus dem Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung umgesetzt.

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