AK Auswertung Reiseanfragen: Viel Ärger mit Reiseveranstaltern

Wien (AK) - Die schönste Zeit des Jahres war doch nicht so schön, weil das Hotel nicht hielt, was der Prospekt versprochen hat, das Essen krank machte, Lärm von Baustellen quälte, oder die Strände verschmutzt waren, wissen die AK Konsumentenschützer. Fast 60 Prozent der Beschwerden drehten sich um diese mangelhaften Leistungen der Reiseveranstalter. Ansteigend waren die Klagen über überbuchte Quartiere. Und erhebliche Probleme bereiteten auch die Flugzeitenänderungen und -verspätungen. Das zeigt eine AK Auswertung von 236 Urlaubsbeschwerden, die beim VKI eingelangt sind. Tipps der AK: Machen Sie nach der Urlaubsreise Ihre Ansprüche sofort mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend. Lassen Sie sich bei berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen, sondern verlangen Sie die Preisminderung in bar. Damit Sie gerüstet sind: Die Frankfurter Tabelle, einen Musterbrief zur Reisereklamation, die detaillierte Erhebung und andere nützliche Informationen finden Sie im Internet auf der AK Wien Homepage unter www.konsumentenschutz.at.

Zur Untersuchung
Die AK Konsumentenschützer haben im Juli Reiseanfragen und -beschwerden von VerbraucherInnen ausgewertet. Insgesamt wurden 236 Konsumentenbeschwerden aus dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) analysiert.

Nichts als Ärger
Endlich Urlaub - es sollten die schönsten und erholsamsten Tage des Jahres werden, doch erlebten viele KonsumentInnen mitunter ihre blauen Wunder. Die AK Auswertung zeigt, wo die KonsumentInnen am häufigsten der Schuh drückte:

+ Schlechte Unterbringung, schlechtes Essen und Lärm
Knapp 60 Prozent aller Anfragen und Beschwerden (115) betrafen die mangelhaften Leistungen des Reiseveranstalters.
Die Mängelliste ist lang. So beklagten KonsumentInnen vor allem die schlechte Unterbringung: Eine schlechtere Kategorie der Hotelanlagen als zugesagt, schmutzige Zimmer, Ungeziefer im Hotel, Ausfälle zB der Warmwasserversorgung. Auffallend häufig waren auch Beschwerden über schlechte Verpflegung, die sogar bei einigen Urlaubsgästen zu Erkrankungen führte. Verschmutzte Strände machten den KonsumentInnen ebenso zu schaffen wie Lärm durch Baustellen im oder rund um das Hotel. Es kam auch vor, dass das Gepäck überhaupt nicht kam, verspätet folgte oder beschädigt war.

+ Unliebsame Überraschung wegen Überbuchung
Überbuchungen beanstandeten rund 20 KonsumentInnen.
In drei Viertel der Fälle erfuhren die Urlauber erst vor Ort von der Überbuchung, jeder Vierte wurde knapp vor der Abreise davon informiert. Die Ersatzquartiere waren schlechter als die ursprünglichen, weil sie zB 100 Kilometer vom ursprünglich gebuchten Urlaubsort entfernt lagen oder zB nicht direkt am Strand waren.

+ Verpatzter Urlaub wegen Krankheit oder beruflicher Gründe
Jeder zehnte (27) Konsument hatte Fragen zu den Stornierungen. Hauptsächlich waren es persönliche Ursachen, wie berufliche Termine oder plötzliche Erkrankungen, die die Konsumenten am Reiseantritt hinderten. Die Anfragen drehten sich vor allem um die Höhe der Stornogebühren sowie fehlende Stornoversicherungen.

+ Was ist mit dem Flug?
Flugverschiebungen, -verlegungen und -zusammenlegungen waren auch dieses Jahr für viele Konsumenten ein erhebliches Problem.

+ Ein anderer Preis?
Einige KonsumentInnen hatten sich auch über Preiserhöhungen im Nachhinein geärgert, zB bei Rundreisen wurde die Teilnehmerzahl nicht erreicht, daher ein teurerer Preis.

+ Sonstige Probleme
24 VerbraucherInnen hatten unterschiedlichste Anfragen, zB wegen Problemen bei einer Übertragung des Vertragsverhältnisses, oder weil der Reisepreis mit Frühbucherbonus teurer war als ein späteres Sonderangebot des Reiseveranstalters.

+ Die meisten Anfragen gingen die Reiseländer Türkei, Griechenland und Italien an.

+ Die häufigsten Anfragen und Beschwerden betrafen die Reiseveranstalter Gulet Touropa Touristik, Neckermann und ITS Billa.

Tipps der AK Konsumentenschützer
+ Machen Sie nach der Rückkehr aus dem Urlaub Ihre Ansprüche mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend. Einen Musterbrief finden Sie auf der AK Homepage unter www.konsumentenschutz.at.
+ Lassen Sie sich nicht bei Ihren berechtigten Beschwerden mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist in bar zu gewähren. Wie hoch Ihre Ansprüche sind, können Sie aus der "Frankfurter Tabelle" ersehen, die Sie ebenfalls im Internet auf der AK Wien Homepage finden.
+ Hatte der Urlaub wegen solcher Mängel keinem Erholungswert oder war der Erholungswert dadurch zumindest erheblich beeinträchtigt, kann nunmehr auch Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreude geltend gemacht werden. Lassen Sie sich über die näheren Voraussetzungen von einer Konsumentenschutzeinrichtung beraten.
+ Für den nächsten Urlaub: Beanstanden Sie Reisemängel sofort vor Ort. Dokumentieren Sie die Mängel zu Beweiszwecken - Fotos, Zeugen, Videos.

Rückfragen & Kontakt:

Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
Tel.: ( ++43-1) 501 65 2677
doris.strecker@akwien.at
http://www.akwien.at

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