Schabl: Gründerboom? Immer mehr Teilzeitarbeit und geringfügig Beschäftigte

Kleinstunternehmer wählen den Weg in die Selbstständigkeit meist nicht freiwillig, sondern mangels der Möglichkeit einer fixen Anstellung

St. Pölten, (SPI) - Bereits ein Drittel der Arbeitnehmer in Österreich ist "atypisch" beschäftigt. Unter diesem Begriff werden Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigte, Leiharbeit, freie Mitarbeit und die oftmals so gepriesenen zahlreichen "Neuen Selbstständigen" verstanden. Studien zeigen nun aber, dass sich die meisten nicht freiwillig für ihr Unabhängigendasein entschieden haben. Als Grund geben 56 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen an, dass sie aufgrund der Chancenlosigkeit auf eine reguläre Anstellung diesen Weg gewählt hätten. "Da lobt Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann NÖ als Land der Jungunternehmer und vergisst dabei, dass für die meisten dieser ‚neuen Selbstständigen' in erster Linie der Mangel an regulären Jobs ausschlaggebend für diesen Schritt war", hält der Zweite Präsident des NÖ Landtages, LAbg. Emil Schabl, wenig von einem "Schönreden der Fakten".****

Aktuelle Arbeitslosenzahlen für Ende Juli weisen Niederösterreich einen starken Anstieg aus, so kam es zu einem Plus von 17,3 Prozent oder 4.868 Personen auf 33.087 Arbeitslosen. Nach Altersgruppen stieg die Arbeitslosigkeit überall, besonders betroffen waren aber die jungen Arbeitskräfte zwischen 19 und 24 Jahren. "Hier ist die Regierung gefordert, endlich Maßnahmen zu setzen, damit sich der Arbeitsmarkt erholen kann und gerade junge Menschen wieder zuversichtlich an die Jobsuche herangehen können", fordert Schabl die Bundesregierung auf, mit nötigen Investitionen und steuerlichen Maßnahmen positiv auf den Arbeitsmarkt einzuwirken. Gerade bei dem Wechsel in die Selbständigkeit ortet Schabl nicht nur grundlegende Chancen, sondern auch zahlreiche Risiken: "Die Betriebe kürzen aufgrund der budgetären Situation immer mehr Stellen weg und streichen die Ausbildungsplätze. In der Folge drängen mehr neue Selbständige auf den Markt, um sich hier ein Einkommen zu erarbeiten. Wenn nun die einzelnen Firmenkonzepte nicht aufgehen, dann kommen noch mehr Arbeitslose auf uns zu. Selbständigkeit - ja, aber nicht weil es als einzige Chance überbleibt, bevor man arbeitslos ist." (Schluss) sk/fa

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