"Kleine Zeitung" Kommentar: "Reservat" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 09.08.2002

Graz (OTS) - Reinhart Gaugg ist in Florida untergetaucht, doch
ist mit seinem Fall der Fall noch nicht gelöst. Die Bestellung eines stellvertretenden Generaldirektors der Pensionsversicherungsanstalt entwickelt sich zu einem erbitterten Tauziehen zwischen dem Sozialminister und den Sozialbürokraten.

Momentan scheinen die Hausherren in den Versicherungspalästen den längeren Atem zu haben. Der rote Obmann des Überleitungsausschusses und der schwarze Generaldirektor wollen nur eine interne Ausschreibung. Sie fordern den Minister als Aufsichtsbehörde heraus, der eine neuerliche externe Ausschreibung wünscht.

Herbert Haupt hat schlechte Karten. Die Ausschreibung, aus der
Gaugg als angeblich Bestqualifizierter hervorging, war eine Farce; Gauggs Gagenforderung eine Unverschämtheit; sein Pensionsanspruch eine Provokation auch wenn es bei Rot und Schwarz etliche gibt,
die ebenso gut versorgt sind.

Einmal mehr zeigt sich, dass die Reform des Hauptverbandes an der Oberfläche blieb und sich in der Absetzung von Hans Sallmutter erschöpfte. Die Strukturen sind weiterhin so, wie Selbstverwaltung nicht funktionieren sollte: als Reservat für Funktionäre und Bürokraten, die unter sich bleiben wollen. ****

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