Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Nicht auf "Parteilinie" (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 9. Aug. 2002

Klagenfurt (OTS) - Dass sich das einfache Mitglied nicht mehr auf "Parteilinie" bewegt, bestätigt ihm gestern FP-Vizechef Gorbach. Deutlicher denn je hat er sich in den wahrscheinlich wahlentscheidenden Fragen an die rote Spur, bewusst mit Worten Kreiskys spielend, geheftet. Pensions- statt Kompensationsgarantie im Zusammenhang mit den Abfangjägern - und das sofort. Und neue Staatsschulden zugunsten von Arbeitsplätzen statt Nulldefizit. Haider erkennt richtigt: Was nützt es, der Obersanierer in einem Staat der Mittel- und Arbeitslosen zu sein?

Nur. Diese Ansage Haiders ist allem, wofür die blaue-schwarze Regierung steht - und sie stünde nicht ohne Haider -, diametral entgegengesetzt. Haider macht sich Argumente und Forderungen der Opposition zu Eigen, um zu retten, was zu retten ist. Nur die Regierung wird dabei kaum mitmachen, will sie nicht all das aufgeben, was ihr der selbe Haider ins Regierungsübereinkommen geschrieben hat. Sie verlöre den letzten Rest an Glaubwürdigkeit und würde erst recht keine Fortsetzung in einer zweiten Periode finden.

Wa steckt dahinter? Zwei Möglichkeiten: Alles ist ein Trick, um das murrende Wählervolk zu beruhigen. Oder es ist kein Trick. Dann sind Haiders Forderungen bereits heute als vernichtendes Urteil über eine verfehlte Regierungspolitik zu lesen. Der Wähler darf sich´s aussuchen.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/OTS