Forstwirtschaft reduziert Auswirkungen der Wetterextreme

Schäden wären ohne naturnahe Waldwirtschaft wesentlich höher

Wien (OTS) - Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in mehren Teilen Österreichs zu Überschwemmungen und Verwüstungen geführt. Im Waldviertel in Niederösterreich wurde Katastrophenalarm ausgerufen, einige Orte mussten evakuiert werden. Auch in Oberösterreich ist die Lage dramatisch. Experten sehen einen starken Zusammenhang zwischen den derzeitigen Wetterextremen und dem globalen Temperaturanstieg. Mit ihrer sorgfältigen Waldbewirtschaftung reduzieren die Forstfachleute die Auswirkungen der Klimaänderung, so der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe.

Durch die Unwetter der letzten Tage wurden nicht nur landwirtschaftliche Kulturen, sondern auch forstliche Einrichtungen stark beschädigt: Forststraßen wurden zerstört, Wasserfluten rissen Brücken weg, Holzlager wurden überschwemmt. In Teilen Nieder- und Oberösterreichs fielen in den vergangenen 24 Stunden weit über 100 Liter pro m2. Diese Wassermengen kann selbst der beste Waldboden nicht aufnehmen. "Dennoch konnte durch die sorgfältige Waldbewirtschaftung in den betroffenen Regionen noch Schlimmeres verhindert werden", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftbetriebe. "Dank schonender Holzerntemethoden, natürlicher Verjüngungsverfahren und gezieltem Humusaufbau haben die Forstexperten die Aufnahmefähigkeit der Waldböden für Wasser erhöht." Früher wurden Laub und Nadeln als Einstreu für die Viehställe verwendet. Heute verbleiben sie am Waldboden. So können Baumnadeln und Blätter in Humus umgewandelt werden. Je intensiver der Boden durchwurzelt ist und je mehr Bodenleben und Humus vorhanden ist, umso größere Mengen Wasser kann der Boden aufnehmen.

Moderne Forstwirtschaft verhindert Bodenverdichtung

Damit im Untergrund möglichst viel Niederschlag versickern kann, vermeidet man zudem ein starkes Beweiden des Waldes durch Rinder oder das Befahren mit veralteten Maschinen. Denn dadurch würde der Boden verfestigt werden und das Wasser könnte nicht versickern.
Der aktuelle Bericht des weltweiten Wissenschafterforums zum Klimawandel (IPCC) sieht die derzeitigen Wetterextreme als Folge des Treibhauseffektes. Die Verfasser warnen zudem vor einem weiteren Ansteigen von Katastrophen. "Wie kein anderer Wirtschaftszweig ist die Land- und Forstwirtschaft von den Wetterextremen unmittelbar betroffen. Die versprochene CO2-Reduktion darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern muss endlich umgesetzt werden," fordert Schenker.

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Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs (HVLF)
Dipl.-Ing. Stefan Schenker
Präsident des HVLF
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