FORMAT: Rechnungshof übt heftige Kritik an Bundesanstalten für Leibeserziehung

Lehrergagen über 100.000 Euro (1,4 Millionen Schilling) pro Jahr festgestellt.

Wien (OTS) - Der Rechnungshof übt in einem Bericht heftige Kritik an den vier Bundesanstalten für Leibeserziehungen, also jenen Bildungsstätten, die Österreichs Turnlehrer ausbilden und in der Zuständigkeit von Ministerin Elisabeth Gehrer stehen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Laut Rechnungshof haben sich dort angestellten Lehrer über Jahre hinweg durch undurchsichtige Zulagenregelungen, über Abrechnung von Mehrdienstleistungen und unüberschaubare Privilegien unter anderen Jahres-Spitzengehälter bis zu einer Summe von über 100.000 Euro gesichert. Im Vergleich: Ein Bundes-Lehrer - kurz vor der Pension - verdient im Schnitt 70.000 Euro jährlich brutto.

Die Pädagogen hätten die gesetzlichen Richtlinien soweit gebogen, dass sie sich teilweise sogar außerhalb des Gesetzes befanden: "Die Anwendung schul- sowie dienst- und besoldungsrechtlicher Bestimmungen bereitete vielfach Schwierigkeiten", schreiben die Prüfer: "Die Umsetzung war nach Ansicht des Rechungshof zum Teil gesetzlich nicht gedeckt." Die Lehrer hätten die administrative Nebentätigkeiten heraufgesetzt und die Zeit zum Unterrichten herabgesetzt. Wenn die Pädagogen dann doch unterrichteten, hätten sie dies unter dem Titel der "Mehrdienstleistungen" abgerechnet und zusätzlich zur ihrem Grundgehalt kassiert. Der Rechungshof: "Dies hatte zur Folge, dass schon bei relativ geringer Unterrichtstätigkeit Mehrdienstleistungen anfielen. Im Prüfungszeitraum 1996 bis 2000 wurden jährlich im Durchschnitt rund 261.000 Euro für Mehrdienstleistungsvergütungen aufgewendet."

Die Spitzenverdiener kamen damit ein Gehälter von bis über 100.000 Euro jährlich. Ein Lehrer in Innsbruck wurde nach Prüfung durch den Rechnungshof sogar verpflichtet, monatlich 407 Euro an Wiedergutmachung zurückzuzahlen.

Abteilungsvorstände hätten laut Rechnungshof für Kurse kassiert, die sie gar nicht abgehalten hätten: "Der Rechnungshof stellte fest, dass die Abteilungsvorstände auch jene Kurse, die nicht von ihnen, sondern von einem anderen Lehrer betreut wurden, zur ihren Gunsten berücksichtigten." Kostenpunkt: Allein in der Bundesanstalt in Linz für einen Abteilungsvorstand rund 48.000 Euro innerhalb von vier Jahren, in Innsbruck immerhin noch 9.000 Euro und in Graz 8.000 Euro, die zuviel ausgegeben wurden. Das Bildungsministerium hat dem Rechnungshof eine Reform zugesagt.

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