FP-Trammer: Existentielle Vernichtung durch Flächenwidmungspraxis - unvorstellbare Schlamperei oder gezielte Methode?

Grinzinger Heurigenbetrieb durch Stadtplanung in den Ruin getrieben!

Wien, 08-08-2002 (fpd) - Skandalöse Vorgänge rund um eine de facto Enteignung eines Wiener Traditionsheurigens orteten heute LAbg. GR Heike Trammer und LO-Stv GR Heinz-Christian Strache im Zuge einer Pressekonferenz und sparten in diesem Zusammenhang auch nicht mit Kritik am Vorgehen der politisch Verantwortlichen.

Trammer und Strache berichteten, daß vor rund 30 Jahren die Gemeinde Wien an den Heurigenwirt B. herangetreten sei um diesen zur Abtretung seines rund 2500 m2 großen Grundstückes zu bewegen. Die Neunutzung des Geländes für ein zu errichtendes Schulgebäude war damals die Begründung und schlußendlich wurde das einst hochwertige Bauland in bester Lage zu billigem Grünland "Grünland-ÖZ" umgewidmet. Eine Entschädigung seitens der Gemeinde an den Eigentümer erfolgt nicht! Wie so oft im sozialistisch regierten Wien ist indes jedoch nichts passiert und der Stadtschulrat für Wien stellte vor rund 10 Jahren fest, dass eine Nutzung nunmehr nicht mehr gebotsmäßig sei.

Nunmehr begann der eigentliche Spießrutenlauf für den Wirt, denn die Nutzung des Grundstückes erschien nur als sinnvoll, wenn es zu einer Rückwidmung in Bauland kommen sollte. Die MA 21 äußerte sich 1992 und 1996 zurückhaltend positiv was eine Umwidmung betraf und stellten in Aussicht, dass diese - sobald der Flächenwidmungsplan für das gesamte Gebiet neu überarbeitet würde - stattfinden könnte. In mündlichen Gesprächen mit der MA 21 A wurde eine Umwidmung sogar zugesagt.

Jahrzehntelange Untätigkeit des Magistrats treibt Heurigenwirt in den Konkurs!

Vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen Untätigkeit des Magistrats bzw. der politisch Verantwortlichen stellt sich nunmehr die Frage, welche Motivation hinter einer Vorgehensweise steht, welche schlussendlich dazu führen könnte, dass eine Familienexistenz sowie ein Traditionsbetrieb - durch die offensichtliche Untätigkeit der Behörde - zu Grunde geht, stellte Strache die unbeantwortete Frage in den Raum. Tatsache sei nämlich, dass sowohl dem Magistrat als auch den politische Verantwortlichen im Bezirk die Vorkommnisse sehr wohl bekannt gewesen wären und von Seiten der Politik, deren Aufgabe es ja sei, den Mitmenschen und Bürgern zu helfen, keinerlei Unterstützung erkennbar war.

Diese " Quasi- Enteignungen" seien mehr als fragwürdig, allerdings durch die BO für Wien gedeckt. Skurril sei jedenfalls, daß der eigentliche Besitzer des Grundstückes nicht die Gemeinde Wien, sondern der "Enteignete" blieb und dieser somit seit 20 Jahren Grundsteuer für " Bauland- WI" errichten mußte.

Diese Verschleppung der Rückwidmung in Bauland bedeutet für den Heurigenbesitzer mittlerweile den finanziellen Ruin. Für unvorstellbar menschenverachtend und zynisch hält Trammer allerdings die Tatsache, daß im Juni 2002 für Grinzing eine Bausperre verhängt wurde, ohne den zuständigen Gemeinderatsausschuß für Stadtplanung und Verkehr von diesem speziellen "Fall" zu berichten. (Schluß) jen

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Freiheitlichen
Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW/fpd