"Neue Kärntner Tageszeutung" Kommentar: "Nacht´s wenn (fast) alles schläft" (von Brigitte Burger)

Ausgabe 04.08.2002

Klagenfurt (OTS) - Nachtschicht das ist seit 1. August keine Männersache mehr. War es natürlich schon vorher nicht, denn, wo es zu pflegen oder zu bedienen bzw. überhaupt unentgeltlich zum Wohle der Familie zu werken galt, machte man für die Frauen auch vorher schon großzügig eine Ausnahme.

Nun ist aber das Nachtarbeitsverbot für Frauen in Österreich generell gefallen. Sie können auch dort zu nachtschlafender Stunde zum Einsatz herangezogen werden, wo es nicht um eine zwingende Notwendigkeit, sondern darum geht, Maschinen besser auszulasten und somit den Profit zu steigern.

Einerseits eröffnet die neue Situation den Frauen auch verdienstmäßige Chancen, andererseits sollte man nicht außer Acht lassen, dass Nachtarbeit erwiesenermaßen schädlich ist - für Frauen genauso wie für Männer. Sie sollte deshalb, wenn wirklich nötig, dann freiwillig verrichtet werden. Bei Frauen mit Familienpflichten kommt dazu, dass die Regenerationszeiten äußerst kurz ausfallen bzw. nicht vorhanden sind. Äußerst problematisch ist deshalb ein Passus im neuen Nachtarbeitsgesetz - Frauen ist dann ein Tagesarbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren zu betreuen haben oder bei gesundheitlicher Beeinträchtigung. Nachsatz: Wenn das im Betrieb möglich ist. Das heißt mit anderen Worten, Vogel, friss oder stirb.

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