SCHWEITZER: 4,6 Millionen Schilling für ein Stück Ackerland

LH Pröll massiv involviert - FPÖ fordert Überprüfung durch Rechnungshof

Wien, 2002-08-02 (fpd) - Mit höchst fragwürdigen Vorgängen hinsichtlich des Kaufs und Verkaufs eines Grundstücks in Tulln und der Rolle des niederösterreichischen Landeshauptmanns Pröll in dieser Causa befaßte sich FPÖ-Generalsekretär Mag. Karl Schweitzer in seiner heutigen Pressekonferenz. ****

1985 habe Franz Lasser in Tulln ein Haus samt Garten und Acker erworben, führte Schweitzer aus. Lasser sei damals ein kleiner Beamter gewesen, mittlerweile sei er Stadtamtsdirektor, Messedirektor und Proponent im Wiederwahlkomitee für Erwin Pröll. Der Kaufpreis für das Anwesen habe damals 1,1 Millionen Schilling betragen. 1997 sei es von der Republik, vertreten durch Erwin Pröll, aufgrund einer Ermächtigung vom 13.4.1993 für 7,226.629 Schilling gekauft worden, was einer Wertsteigerung von 650% innerhalb von acht Jahren entspreche. Eine Eintragung in Grundbuch sei nicht erfolgt, der Kaufpreis sei in zwei Raten bereits 1993 und 1994 entrichtet worden. Die Freilassungserklärung datiere vom 18.3.1997. Bereits 1996 habe aber die Republik das Anwesen ohne Acker für 2,650.000 Schilling an Herrn Jiri Proch weiterverkauft. Der Acker mit 551 qm schlage also für die Republik mit 4,6 Millionen Schilling zu Buche.

"Der Preis für den Acker beträgt also 8.306 Schilling pro Quadratmeter", sagte Schweitzer, der darauf hinwies, daß der normale Preis für einen Acker zu dieser Zeit etwa 20 Schilling pro Quadratmeter betragen habe. Außerdem wäre der Acker auch ohne das restliche Grundstück und das Haus zu haben gewesen.

Offensichtlich, so Schweitzer weiter, sei die Republik massiv geschädigt worden. Landeshauptmann Pröll sei darin massiv involviert. Man müsse die Frage stellen, ob diese Vorgangsweise in Niederösterreich üblich sei. Wie Schweitzer erklärte, glaube er nicht an einen Einzelfall und fordere deshalb eine Überprüfung durch den Rechnungshof sowohl des gegenständlichen Falles wie auch aller ähnlich gelagerten Grundstücksgeschäfte in Niederösterreich. "Ich habe auch größtes Interesse daran, daß Landeshauptmann Pröll keine illegale Parteienfinanzierung vorgeworfen werden kann." Weiters lasse man den Fall durch Rechtsanwälte prüfen und eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft sowie eine Strafanzeige vorbereiten. (Schluß)

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