"Kleine Zeitung" Kommentar: "Jörg und Susanne" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 02.08.2002

Graz (OTS) - Es war ein deutsches Ritterspiel, etwas vom Unterhaltsamsten, was die Laienbühnen in diesem Sommer auf die Wiener Bühnen gebracht haben.

Sogar ein neuer Schauplatz wurde für das Theater gewonnen: der große Saal des Palais Dietrichstein am Minoritenplatz.

Hauptdarsteller war Haider. Er spielte den Jörg, einen Helden und Bösewicht in einem. Ihm zur Seite Riess-Passer. Sie gab die Susanne, ein duldendes Lamm, das trotz aller Demütigungen, die sie durch ihn erleidet, von ihm nicht loskommt.

Der Inhalt des Stücks ist alt, wurde aber effektvoll neu aufgekocht:
Der Held, der sich eigentlich schon aufs Altenteil zurückgezogen hatte, muss wieder zurückkehren, weil die Nachfolger sein Erbe schlecht verwalten. Er droht, ihnen bei ihren künftigen Kämpfen nicht mehr beizustehen. Wenn sie aber Gehorsam und Treue gelobten, werde er sie mit seinem Wunderschwert erretten.

Die zaghafte Klage der Susanne, er möge sich doch nicht mehr mit der blonden Flämin herumtreiben, weist er brüsk zurück. Im stillen Kämmerlein habe sie ihm ohnehin ihre Meinung gesagt, verrät sie dem Publikum, das sie sehr bedauert, ihr aber nicht recht glaubt.

Mäßiger Applaus. ****

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