ARGE-ÄrztInnen: Gesundheitspolitik braucht Therapiewechsel

Vernetzte Strukturen statt unproduktiver Personal- und Finanzdiskussion

Wien (ÖGB). Einen radikalen Therapiewechsel fordert die Sprecherin der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, für die österreichische Gesundheitspolitik. "Wir müssen Abschied von Einzeldiskussionen etwa über Finanzierung oder Personalpolitik nehmen. Wir brauchen einen österreichweiten Gesundheitsplan, der sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richtet", stellt Oberhauser fest.++++

Österreich habe im Gegensatz zu anderen Ländern die Chance auf einem guten, von der Bevölkerung angenommenen, Gesundheitssystem aufzubauen. Oberhauser: "Wenn wir aber so weitermachen wie in den vergangenen Monaten, dann drohen uns schon bald untragbare Zustände wie in Großbritannien, Deutschland oder gar den USA. Daher ist ein rascher Therapiewechsel bei den gesundheitpolitischen Entscheidungen notwendig."

Das Gesundheitssystem der Zukunft braucht von der Schwangerenbetreuung bis zur Altenbetreuung einen genau auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestuften Versorgungsplan. Oberhauser:
"Ein Kantönligeist zwischen den einzelnen Regionen sowie Schnittstellen bei der ambulanten bzw. stationären Versorgung haben hier nichts zu suchen. Nicht jeder Bürgermeister braucht 'sein' Spital und der niedergelassene Arzt ist nicht der Gegenspieler des angestellten Arztes. Gebraucht werden Nahtstellen in der Betreuung sowie Versorgungseinheiten die sich in Wohnnähe befinden."

Ein bestens organisiertes und durchdachtes Gesundheitswesen bietet aber auch die Chance für mehr Beschäftigung und qualifizierte Arbeitsplätze. Oberhauser: "Alleine mit den Kosten für einen Abfangjäger könnten wir Arbeiten im Gesundheitswesen wieder attraktiv machen. Viele ÖsterreicherInnen könnten ihren Lebensabend in einem viel gesündern Zustand verbringen. Die Altenbetreuung könnte endlich flächendeckend nach den Bedüfnissen der Menschen organisiert werden."

Die ARGE-ÄrztInnen-Sprecherin geht davon aus, dass durch ein rasches umsetzen dieser Maßnahmen, Kosten gespart und die Effizienz des Gesundheitswesens gesteigert werden könnte. Oberhauser:
"Allerdings bleibt uns die Frage, wie viel uns das Gesundheitssystem wert ist, nicht erspart."(ff)

ÖGB, 1. August 2002
Nr. 630

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