AKS: Koedukation ist kein Dogma

Wien (SK) Die AKS (Aktion Kritischer SchülerInnen) hält den SPÖ-Vorschlag einer geschlechtshomogenen Trennung von zehn bis 16-jährigen SchülerInnen in bestimmten Fächern für durchaus begrüßenswert. "25 Jahre gemeinsamer Unterricht von Burschen und Mädchen haben es nicht geschafft, einzementierte Rollenbilder und die damit einhergehende geschlechtertypische Berufswahl aufzubrechen", so AKS-Frauenkoordinatorin Laura Dobusch am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Interaktionsforschungen beweisen, dass Mädchen generell weniger Aufmerksamkeit, Zuwendung und Rückmeldung bekommen als Burschen, die im Unterricht mehr Raum einnehmen. "Naturwissenschaftliche Fächer werden nicht zuletzt deswegen von Burschen dominiert, als dass LehrerInnen ihnen aufgrund der vorherrschenden Klischees mehr Entwicklungsfähigkeit zutrauen", ist Dobusch überzeugt.

"In geschlechtshomogenen Lerngruppen können Vorstellungen davon abgebaut werden, wie ein Mädchen, ein Bub, eine Frau oder ein Mann zu sein hat. Dies führt zu einem nachhaltigen Hinterfragen von Rollenbildern und ermöglicht freie Entfaltung abseits der Geschlechtergrenzen", streicht Dobusch die positiven Effekte hervor.

Laut Dobusch muss es jedoch langfristiges Ziel sein, dass LehrerInnen schon in ihrer Ausbildung auf die Geschlechterproblematik sensibilisiert werden und ihr eigenes Handeln im Unterricht ständig reflektieren. "Gehrers Schlagwort der 'bewussten Koedukation' ist leider eine zahnlose Stellungnahme ohne begleitenden Maßnahmen und Veränderungsanspruch", so die AKS-Frauenkoordinatorin abschließend. (Schluss) se/mm

Rückfragehinweis: Laura Dobusch 0699/11408200

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