"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kindisches Spiel" (Von Hans Winkler)

Ausgabe vom 01.08.2002

Graz (OTS) - Vor Jörg Haiders Ankündigung, er werde sich am Wahlkampf seiner Partei kommenden Jahr nicht beteiligen, braucht sich Susanne Riess-Passer nicht zu fürchten.

Es ist schon nicht mehr zu zählen, wie oft er seiner Partei mit Liebesentzug gedroht hat in der Hoffnung, es würden dann alle wieder zu ihm kommen und ihn bitten, doch nicht mehr böse zu sein.

Es ist peinlich, mitanzusehen, dass sich da ein erwachsener Mensch aufführt wie ein kleiner Bub, der trotzig auf den Boden stampft, beleidigt spielt un sich dabei vorsichtig umschaut, ob es wohl alle bemerken und entsprechend ernst nehmen. Kaum tun sie es, ist alles wieder vergessen und gilt nicht mehr.

Zu oft ist die Szene schon gespielt worden, als dass sie noch jemand ernst nehmen könnte. Aber Haider findet immer wieder Unterwürfige, die mitspielen. So wie jüngst vor dem Parteitag, als ihn ein Landesobmann bat, doch wieder die Parteiführung zu übernehmen.

Zum Lachen ist das alles für die Parteichefin freilich nicht. Ohne Haider könnte sie tatsächlich keinen Wahlkampf führen, weil dann viele Funktionäre daheim bleiben würden. Sie muss also gute Miene zum kindischen Spiel machen. ****

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