Tourismus: Nach guter Halbjahresbilanz vorsichtiger Optimismus für den Sommer Melcher: "Sehr gute Buchungslage für den August" - Leitner: "Neue Hotelklassifizierung kommt gut an"

Wien (PWK559) "Heuer haben wir ein schwieriges Jahr. Ein möglicher Nächtigungsrückgang im Juli könnte allerdings im August, für den sehr gute Buchungen vorliegen, wieder wettgemacht werden. Ob im Sommer unter dem Strich ein Plus herauskommt, wird also sehr stark von den nächsten Wochen abhängen", erklärte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie, Komm.Rat Hans Melcher, am Mittwoch zum aktuellen Saisonverlauf im Tourismus. Auch bei gleichbleibenden Nächtigungen sei jedoch für die Sommersaison 2002 mit einem Umsatzplus zu rechnen.

Mit 59,7 Mio Nächtigungen österreichweit im ersten Halbjahr 2002 -was einem Plus von 1,6 % entspricht - zeigte sich Melcher mit der bisherigen Saisonzwischenbilanz zufrieden. Der Trend zum Zweiturlaub, der mit häufigeren aber kürzeren Aufenthalten der Gäste einhergeht, ließ die Zahl der Ankünfte sogar um 2,3 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 steigen.

Dass der Zug zum Qualitätstourismus anhält, belegen die 41,6 Millionen Nächtigungen in der heimischen Sterne-Hotellerie (+1,8 %) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Damit stehe Österreich, was die Wertschöpfung im Tourismus betrifft, gut da. Die Umsätze steigen deutlich stärker als die Nächtigungszahlen.

Melcher räumte ein, dass die Branche auch mit Problemen zu kämpfen habe.
Die wirtschaftliche Situation in unserem Nachbarland ließ die Zahl der für Österreich besonders wichtigen deutschen Gäste im ersten Halbjahr weniger steigen als erwartet. Auch die neue deutsche Ferienordnung, die ab 2003 wirksam wird, gibt durch die Konzentration auf den Ferienmonat August und das so entstehende "Juli-Loch" Anlass zur Sorge.

Den Trend zur Qualität unterstreicht auch die mit Jahreswechsel in Kraft getretene neue Hotelklassifizierung. "Diese Neuregelung war ein wichtiger Schritt in Richtung Qualitätstourismus in Österreich", betont Melcher. Die neue Geschäftsführerin des Fachverbandes, Gabriele Leitner, hob vor allem die stärkere Kundenorientierung hervor: "Bei der Beurteilung der Betriebe stehen jetzt der Gast und seine Wünsche und Erwartungen im Vordergrund. Jeder einzelne Stern -wobei beim Relaunch des Designs die Beibehaltung der Farben Grün und Gold (fünfzackige goldene Sterne auf grünem Hintergrund) die Beständigkeit und Tradition der "Marke Stern" symbolisieren soll -steht für erstklassige Qualität innerhalb seiner Kategorie."

Ein 3-Säulenmodell, das aus Maßnahmen zur Selbstkontrolle der einzelnen Betriebe, Referenzbetrieben in den verschiedenen Kategorien und einem fünfjährigen Überprüfungszyklus besteht, soll das Vertrauen in das Marketinginstrument "Stern" zusätzlich stärken.

Von den Prüfungskommissionen und den Betrieben werden, so Leitner, die neuen Richtlinien als deutlich praxisnäher in der Umsetzung empfunden. Wie eine Umfrage unter den Landesfachgruppen ergab, haben sich zum Stichtag 15. Juli d.J. bereits 911 Mitglieder des Fachverbandes Hotellerie nach Maßgabe der geänderten Richtlinien neu klassifizieren lassen. Bis Jahresende rechnet Leitner mit 2.500 Neuklassifizierungen.

Den neuen Richtlinien liegt eine Befragung von rund 1.500 Österreich-Gästen im Rahmen einer Studie der Gesellschaft für angewandte Fremdenverkehrswissenschaft (ÖGAF) nach ihren Erwartungen an die einzelnen Kategorien zu Grunde.

Gabriele Leitner, 42, studierte Betriebswirtin, hat die Geschäftsführung des Fachverbandes Hotellerie mit 1. Juni übernommen. Neben den derzeit 19.800 Hotelbetrieben betreut sie als Geschäftsführerin des Fachverbandes Freizeitbetriebe zusätzlich die 16.600 Mitglieder aus diesem Bereich. Mit Gabriele Leitner führt erstmals eine Frau die Geschäfte eines Fachverbandes. (hp)

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