Haider im NEWS-Interview: "FPÖ ist in einer gefährlichen Situation"

"Ich habe Riess angeboten, die FP bis zur Wahl zu führen"

Wien (OTS) - In einem Interview in der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmaganzins NEWS stellt Jörg Haider seiner Partei die Rute ins Fenster: Die FPÖ ist in einer gefährlichen Situation. Keiner der derzeitigen Minister hat bisher das Thema Privilegienabbau in seinem Amt wirklich zu seinem Anliegen gemacht." Der Ex-FP-Chef weiter: "Jetzt werden wieder alle furchtbar beleidigt sein, aber ich sehe auch meine Funktion darin, sie daran zu erinnern das Wählervertrauen nicht zu vergessen."

Haider fordert zudem die von der "FPÖ versprochene Steuerreform". Die ÖVP versuche, so Haider wörtlich, "Grasser zu demontieren. Die ÖVP will uns einreden, dass eine Steuerreform nicht geht, und macht Grasser damit zum Narren."

Grasser müsse aber auch in der ÖIAG aufräumen, denn "dort herrschen abenteuerliche Zustände, hier hauen große Manager Leute raus, die dann der Steuerzahler zahlen muss. Das hätten die Roten auch zusammengebracht. Das ist Sanierung a la Konsum oder Libro."

Der Kärntner Landeshauptmann besteht außerdem auf einer "Volksabstimmung über die EU-Osterweiterung. Über 50 Prozent der europäischen Bevölkerung, sind nach jüngsten Umfragen gegen eine Osterweiterung. Es kann nicht sein, dass eine Handvoll Regierungschefs beschließt, das machen wir trotzdem. Das ist undemokratisch."

Und Jörg Haider bestätigt im NEWS-Interview erstmals, dass Gerücht, dass er wieder Parteichef werden wollte: "Ich habe es Susanne Riess-Passer vor dem letzten Parteitag angeboten. Ich habe ihr angeboten die Partei bis zur Wahl zu führen, weil ich weiß, dass es nicht einfach ist, neben der schwierigen Regierungsarbeit auch noch die Partei zu führen. Ich habe geglaubt, das wäre eine Entlastung für sie, damit sie sich im Wahljahr voll auf das Tempo der FP-Regierungsarbeit und der FP-Reformvorstellungen konzentrieren kann. Da noch vieles verbessert werden muss."

Die Vizekanzlerin habe allerdings abgelehnt, so Haider in NEWS wörtlich, weil "sie befürchtet hat, in der Öffentlichkeit dann abgewertet dazustehen." Damit sei das Thema für ihn "erledigt." Haider will die "FPÖ im Wahlkampf nicht unterstützen."

Denn: "Man kann ja nicht immer sagen, einerseits soll sich der Haider zurückhalten, andererseits soll er für uns die Wahlen führen. Ich bin nicht der Klempner der FPÖ, der dann kommen soll, wenn der Hahn tropft, aber wenn alles in Ordnung ist, will man ihn möglichst nicht sehen und hören.

Haider verteidigt außerdem sein Treffen mit Filip Dewinter vom Vlaams Blok. Es werde auch "in Zukunft" so sein, dass er und Susanne Riess-Passer "uns nicht über jedes Detail" informieren werde. In der Frage einer möglichen Zusammenarbeit "rechtsdemokratischer Parteien", fordert Haider "die FP-Spitze in Wien mehr Mut zu zeigen."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES/OTS