AK fordert mehr Sicherheit für Bankkunden

Justizminister muss die Rechte der Bankkunden stärken

Wien (AK) - Mehr Sicherheit und Transparenz für Bankkunden fordert die AK. Die Regierung will zwar das Bankwesengesetz ändern, wichtige Forderungen, die den Konsumenten mehr Schutz und Information bringen würden, werden dabei aber nicht berücksichtigt, kritisiert die AK. Der Justizminister muss die Rechte der Bankkunden stärken und eine gesetzliche Sicherheit schaffen. Als wichtigste Punkte fordert die AK, dass alle mit einem Kredit verbundenen Kosten in den Jahreszinssatz aufgenommen werden müssen; Einzahlungen müssen wie Auszahlungen am gleichen Tag wertgestellt werden; Überweisungen im Inland dürfen maximal zwei Arbeitstage dauern; Bankkunden müssen über die Folgen und Kosten von Kontoüberziehungen und von vorzeitigen Behebungen von gebundenen Spareinlagen besser informiert werden; Konsumenten brauchen mehr Information über die Höhe der Einlagensicherung. ****

Volle Information über tatsächliche Kreditkosten
Nur die Aufnahme aller mit dem Kredit verbundenen Spesen und Kosten informiert den Bankkunden über die tatsächlichen Kosten des Kredits. Nur dann kann der Konsument zwischen den einzelnen Bankangeboten wirklich vergleichen. Die derzeitige Regelung enthält zu viele Ausnahmen. So können etwa die anfallenden Kosten für einen Fremdwährungskredit den nominellen Zinssatz um bis zu 1,5 Prozent erhöhen. Die AK fordert daher, dass alle mit der Kreditgewährung und der Kreditführung verbundenen Kosten sowohl im Effektivzinssatz als auch in der Gesamtbelastung angeführt werden müssen.

Gleiche Wertstellung von Einzahlungen und Auszahlungen
Derzeit werden Auszahlungen sofort abgebucht, Einzahlungen aber erst mit dem nächsten Werktag gut geschrieben. Diese Praxis bringt den Banken beträchtliche Zinsgewinne und den Konsumenten ensprechende Zinsverluste. Die AK fordert daher, dass Einzahlungen und Auszahlungen generell taggleich wertzustellen sind, wie das auch in Deutschland der Fall ist.

Kürzere Überweisungsdauer
Überweisungen in Österreich dauern noch immer zu lange. Eine AK-Erhebung zeigt, dass Überweisungen innerhalb Wiens zwischen zwei und drei Tage dauern, gehen sie über das Wochenende sogar bis zu sieben Tage. Die AK fordert eine gesetzliche Regelung, dass Inlandsüberweisungen höchstens zwei Bankarbeitstage dauern dürfen.

Bessere Informationen bei Kontoüberziehungen
Die Möglichkeit zur Kontoüberziehung wird den Bankkunden von den Kreditinstituten in der Regel stillschweigend eingeräumt, der mögliche Überziehungsrahmen ist den Kontoinhabern oft nicht bekannt. Das führt immer wieder zu Unsicherheiten und oft auch zu finanziellen Nachteilen für die Bankkunden: So sind Überziehungen außerhalb des Kontorahmens bei vielen Banken um fünf Prozent teurer als Verbraucherkredite. Die AK fordert daher: Jedem Kunden muss bei der Kontoeröffnung sein möglicher Überziehungsrahmen zusammen mit den Rahmenbedingungen (z.B. monatlicher Eingang eines Aktivbezuges, keine Kontoüberziehung bei Arbeitslosen- oder Kindergeldbezug) mitgeteilt werden.

Mehr Information über Vorschusszinsen
Werden gebundene Spareinlagen vorzeitig abgehoben, fallen Vorschusszinsen an. Diese Vorschusszinsen können im schlimmsten Fall genauso hoch sein, wie die Zinsen für die Spareinlage. Viele Sparer kennen diese Regelung nicht und werden von ihrer Bank auch nicht darüber informiert. Die AK fordert, dass Bankkunden bei gebundenen Spareinlagen auch auf die Folgen einer vorzeitigen Behebung hingewiesen werden müssen. Angefallene Vorschusszinsen müssen darüber hinaus im Sparbuch klar und deutlich ausgewiesen werden.

Mehr Information über die Einlagensicherung
Die Konkurse der Rieger- und Diskont-Bank haben gezeigt, dass die Einlagensicherung für Sparer enorm wichtig ist. Nach wie vor wissen viele Bankkunden aber nicht, dass ihre Spareinlagen nur bis zu einem Höchstbetrag von 200.000 Euro einlagengesichert sind. Oder sie wissen zwar, dass ihre Einlagen nicht unbegrenzt konkurssicher sind, kennen allerdings den Höchstbetrag nicht. Der vorgesehene Aushang im Kassensaal bietet den Bankkunden zu wenig Information. Die AK fordert daher, dass Informationen über die Höhe der maximal abgesicherten Einzahlungen, im Sparbuch selbst bzw. im Kontoeröffnungsvertrag vermerkt werden.

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