"trend":Mathias Reichhold kritisiert Stadler und Gaugg

Der Infrastrukturminister übt in der Transit-Causa scharfe Kritik an der EU. Er selbst fährt regelmäßig mit der Bahn ins Wochende – per Gratisticket. Wien (OTS) - Infrastrukturminister Mathias Reichhold kritisiert in der am Dienstag, erscheinenden Ausgabe des "trend" zwei Parteikollegen. "Ich habe keine Lust, mich für Leute wie Ewald Stadler hinauslehnen zu müssen" sagt Reichhold. Die Freiheitliche Partei brauche "nicht ständig in der Vergangenheit zu stochern", "irgendwo hat alles seine Grenzen." Zur den Streitigkeiten um den freiheitlichen Mandatar Reinhard Gaugg bemerkt der Minister: "Keine Frage, auch die Sache mit Gaugg hat uns sehr geschadet." In der Causa Transitverkehr will Reichhold in erster Linie "die Sensibilität der Österreicher für das Thema schärfen", und zwar, "indem man die Wahrheit erzählt. Die Verhandler in Brüssel zeigen sich völlig unbeeindruckt von unseren Sorgen. Denen ist der Anteil der Bronchitis- und Pseudokrupp-Kinder, der Herzinfarkte, der Lärmschädigungen völlig wurscht." Bei Verhandlungen in Brüssel werde man "gleich als Antieuropäer abgestempelt, ständig kommen sie mit salbungsvollen Reden." Den im Herbst drohenden Brenner-Straßenblockaden sieht er mit Gelassenheit, ja mit Sympathie entgegen: Er werde diese "nicht verhindern", möglicherweise sogar selbst auf den Brenner fahren. Harsche Kritik setzt es für den EU-Landverkehrsdirektor Heinz Hilprecht, der bei einer Veranstaltung in Wien die österreichische Entscheidung für das Mikrowellen-Mautsystem scharf kritisiert hatte. Reichhold zum "trend": "Das ist ein Lobbyist, der offenbar für Daimler-Chrysler redet. Das ist ein Beamter, der die deutschen Interessen und Systeme forciert, das kratzt mich nicht." In ÖBB-Angelegenheiten bzw. in Hinblick auf die kommende Liberalisierung der Schienennetze hat Reichhold "Sorge, dass die Wettbewerbsfähigkeit nicht da ist. Es muss in den Köpfen der Mitarbeiter der ÖBB etwas passieren, die müssen erst lernen, damit umzugehen." Auf die Frage, ob ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde "zu weich" für die harte Zeit des freien Wettbewerbs sei, antwortete Reichhold: "Das Unternehmen ist zu riesig, um sich durchsetzen zu können." Deshalb, so Reihhold, werde auch der neue Finanzvorstand eingesetzt. Minister Reichhold besitzt für Fahrten auf Strecken der ÖBB einen Freifahrtsausweis. Der stehe ihm, so erklärt der Minister, als Eigentümervertreter auch zu und sei von der ÖBB ausgestellt. Die ÖBB-Pressestelle freilich dementiert: Seit 1995 sei die Freifahrt für alle Politiker, auch für den Infrastrukturminister, definitiv abgeschafft. Laut eigener Auskunft benützt Minister Reichhold das Gratisticket auch für seine regelmäßigen Wochenend-Pendelfahrten zwischen dem Kärntner Bahnhof St. Veit/Glan und dem Dienstort Wien.

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