Österreichs Exporteure nützen aufstrebendes Wirtschaftswachstum in Kanada

Der CAN-Dollar sinkt, aber Kanada erhöht seine Wachstumserwartungen - Österreichische Unternehmen behaupten sich mit Investitionen als Erfolgsrezept

Wien (PWK554) - "Österreichische Exportfirmen konnten die positive Wirtschaftslage in Kanada in den letzten Jahren ausgezeichnet nutzen und behaupten sich durch Neuinvestitionen auch in der Zeit nach dem 11. September durchaus gut", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Toronto, Karl Schmidt. Unsere Exporte sind ständig gewachsen, und selbst in dem durch die Terroranschläge in den USA schwierig gewordenen Vorjahr 2001 wurde noch ein neuer Rekordwert von 564 Mio Euro erreicht." Damit ist Kanada hinter den USA, China/Hongkong und Japan Österreichs viertwichtigster Überseemarkt.

Durch zwei Ereignisse von Weltgeltung stand Kanada zuletzt im Mittelpunkt des Medieninteresses: "Der Weltwirtschaftsgipfel G8 Mitte Juni im Rocky Mountains Resort Kananaskis gab Gelegenheit, den enormen BIP-Wachstumsschub seit Jahresbeginn von real 6 Prozent zu präsentieren und auch auf weitere gute Prognosen wie niedrige Inflation, soliden Konsum, sinkende Arbeitslosigkeit und stabilen Budgetüberschuss hinzuweisen. Das soeben in Toronto abgehaltene Weltjugendtreffen mit Teilnahme von Papst Johannes Paul II. (und auch von circa 1000 Österreichern) wiederum half Kanada, sich als Land der Zukunft, des frohen multikulturellen Zusammenlebens, der Freiheit und Lebensqualität darzustellen", so Schmidt.

Einem weiteren Anstieg der österreichischen Lieferungen stehen trotz der guten Konjunkturlage zur Zeit allerdings zwei Fakten entgegen, merkt der Handelsdelegierte an. Zum einen habe sich Kanadas weltweiter Außenhandel heuer kaum bewegt und in den ersten Monaten sinkende Importe und Exporten verzeichnet. Und zweitens hat der ansonsten gegen den US-Dollar aufholende kanadische Dollar in der Vorwoche eine Abschwächung erlitten, die sich gegenüber dem Euro nun noch stärker auswirkt und damit die Importpreise in lokaler Währung verteuert. "Dementsprechend sind unsere Ausfuhren nach Kanada heuer im ersten Dritteljahr um rund 13 Prozent gesunken, die Einfuhren aus Kanada sogar um 35 Prozent", meldet Schmidt und erklärt dies teilweise damit, dass nach dem Terrorschock beim großen Nachbarn USA kaum Bestellungen für Neueinkäufe getätigt wurden und diese Lücke jetzt zum Tragen komme.

"Ein guter Teil der in Kanada tätigen österreichischen Exportfirmen sieht aber durchaus Chancen, um von dem neuen Wachstumsschub - für 2002 wurde die BIP-Prognose auf +3,5 Prozent, also weit mehr als in allen anderen Industrienationen erhöht - zu profitieren und hat auch durch technologische oder organisatorische Neuerungen vorgesorgt", weiß Schmidt. So habe der Bombardier-Konzernbetrieb Rotax im oberösterreichischen Gunskirchen beispielsweise eine neue Motorengeneration für Freizeitfahrzeuge vorgestellt, die in Kanada eingebaut und von dort in den ganzen NAFTA-Raum ausgeliefert wird. Der in Niederösterreich beheimatete Großhersteller von Zitronensäure, die Firma Jungbunzlauer, hat im Mai in Port Colborne nahe der amerikanischen Grenze ein neues Werk eröffnet, ähnliches plant die Firma Starlim-Sterner aus Marchtrenk, die als Weltmarktführer im Bereich der vollautomatischen Verarbeitung von Flüssigsilikon ihre High-Tech-Produkte hauptsächlich für die Automobilindustrie fertigt. Auch Swarovski wird heuer in Toronto zusätzlich zu den in ganz Kanada bestehenden Verkaufsstellen einen "Flagship-Store" mit umfassendem Produktangebot einrichten.

"Die Erfahrungen zeigen, dass die Gründung von Niederlassungen, Tochter- oder Schwesterunternehmen oftmals zu einer intensiveren Handelsverflechtung führt. In Kanada sind jene rund 60 österreichischen Firmen, die sich dort angesiedelt haben, für weit mehr als die Hälfte unserer Exporte mitverantwortlich", erklärt Schmidt.

Gruppenmissionen der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) mit Teilnahmemöglichkeit für österreichische Firmen sind in nächster Zeit insbesondere in den in Kanada wichtigen Sektoren Agro-Lebensmitteltechnologie, Umweltschutz und Automotivprodukte geplant. Darüber hinaus wird die AWO im Oktober in Wien in der Wirtschaftskammer Österreich ein Seminar mit Experten aus Kanada veranstalten, bei dem die rechtliche Gestaltung, aber auch die Steuern und Kosten im Geschäft mit dieser wichtigen Industrienation im Vordergrund stehen. (Ne)

RF-Hinweis:
Mag. Christoph Sturm
Regionalmanager für Nordamerika
WKÖ, 50105 DW 4204

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Mag. Christoph Sturm
Regionalmanager für Nordamerika
Tel.: (++43-1) 50105-4204

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK554