Schicker kritisiert Vorgangsweise von Petzet

"Vorgehen des ICOMOS-Präsidenten entspricht nicht der Fairness"

Wien (OTS) - "Eine mehr als eigenartige Vorgangsweise" - so kommentierte Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker die gestrigen Aussagen von ICOMOS-Präsident Petzet zum Weltkulturerbe Innere Stadt. "Es hätte zumindest der Fairness entsprochen, den Bericht, den Wien bis Oktober der UNESCO vorlegen wird, abzuwarten.", so Schicker. Petzet selbst sei für die Aufnahme der Wiener Innenstadt auf die Liste der Weltkulturerbe eingetreten - und das Projekt Wien Mitte war zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich bekannt, sonst wäre auch nicht das Ersuchen nach nochmaliger Überprüfung der Höhe an Wien gerichtet worden. "Diesem Ersuchen sind wir, wie bekannt, gerne nachgekommen, allerdings hält sich die Stadt Wien selbstverständlich auch an die gültige Rechtslage, und gemäß dieser hat der Bauträger bereits seit Sommer 2000 das Recht zu bauen", unterstrich Schicker. Der Bauträger hatte immer wieder betont, dass eine Höhenreduktion aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen nicht möglich sei. Unesco-Generalsekretär Bandarin habe jedenfalls im Projekt Wien Mitte keinen Anlass gesehen, der Innenstadt nicht das Prädikat Weltkulturerbe zu verleihen.****

Bei der jüngsten Sitzung der UNESCO zum Weltkulturerbe Ende Juni in Budapest wurde nunmehr ersucht, dass ein detaillierter Bericht bis Anfang Oktober vorgelegt werden solle - nicht zuletzt deshalb, um den neuen Mitgliedern des Komitees, die mit der Situation in Wien nicht vertraut sind, den gleichen Informationsstand zu bieten. "Wir haben immer wieder betont, dass wir diesem Ersuchen gerne nachkommen und der Bericht bis Oktober vorgelegt wird. Das Vorpreschen von Petzet, ohne den Bericht abzuwarten, ist mir deshalb umso unerklärlicher. Es entspricht jedenfalls nicht einem üblichen Verständnis von Fairness, diesem Bericht jetzt vorzugreifen, zumal ICOMOS ohnehin nur beratende Funktion hat. Ich sehe keinen Anlass zur Hektik, wir werden ICOMOS und der UNESCO darlegen, dass das Projekt Wien Mitte und das Weltkulturerbe einander nicht ausschließen", schloss Schicker. (Schluss) gb

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