ARBÖ: Fair durch den Zoll

Schmuggeln bringt oft nichts als Ärger

Wien (ARBÖ) - Sie sind geschickt, einfallsreich, risikofreudig,
oft cleverer als die Polizei erlaubt und gehen dennoch ins Netz der Fahnder: Schmuggler! Heimlich nach Österreich werden - laut Auskunft des Flughafens Wien Schwechat gegenüber dem ARBÖ - vornehmlich Suchtgifte, Zigaretten, Spirituosen, Schmuck, Uhren und Lebensmittel eingeschleust. Aber auch durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützte, seltene oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten fallen den Zollbeamten am Flughafen in die Hände.

Einfuhrverbote nach Österreich

So wurde am Flughafen Schwechat erst kürzlich ein Slowake mit 5 Duzend Chamäleons im Koffer aufgegriffen. Auch wenn solche spektakulären Fälle eher selten vorkommen, werden
immer wieder Tiere und Pflanzen, die unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen bzw. unter die EU-Artenschutzverordnung fallen, nach Österreich mitgenommen. Schildkröten, Korallen, Schimpansen und Falken eignen sich nicht als Haustiere! Viele Möchtegern-Tierhalter unterschätzen die Kosten und Mühen artgerechter Tierhaltung. Dann kommt es mitunter zu Aussetzungen, weil man die nunmehr lästig gewordenen Lebewesen loswerden will. Wer also seltene und exotische Tiere bewundern möchte, möge diese im Zoo besuchen, appelliert der ARBÖ.

Viele böse Überraschungen beim Zoll entstehen aber auch durch Unwissenheit: Wer denkt schon daran, dass auch viele Pflanzenarten und deren Produkte unter die internationalen Artenschutzbestimmungen fallen: So dürfen neben Waren aus Tropenholz auch bestimmte Orchideen- und Kakteenarten nur dann eingeführt werden, wenn die jeweils erforderlichen Artenschutzdokumente vorgelegt werden können. Der ARBÖ rät, sich rechtzeitig beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zu erkundigen.

Das größte Problem der Zoll- und Exekutivbeamten bleibt aber nach wie vor der Suchtgifthandel, wurde dem ARBÖ erläutert. Glücklicherweise sind die bei weitem überwiegenden Zoll- und Einfuhrverletzungen aber vergleichsweise harmloser Natur: Oft werden so manchem seine Gier oder übertriebener Geiz zum Verhängnis. Viele Leute bezahlen gerne etliche Tausend Euro für eine Uhr oder ein teures Schmuckstück, aber für die Entrichtung der sogenannten "Eingangsabgaben" (Zölle für Waren, die in die EU eingeführt werden) sind sie zu knauserig.

Waren aus dem EU-Raum

Im EU-Raum gilt das Prinzip der Warenfreiheit: Güter aus dem EU-Binnenland müssen daher nicht verzollt werden, solange nicht Einfuhrbeschränkungen oder Einfuhrverbote einer Mitnahme entgegenstehen. Die zollfreie Einfuhr von Gütern ist aber nur dann möglich, wenn diese für den Eigenbedarf angeschafft wurden und im Reisegepäck mitgeführt werden. Unter dem Begriff "Reisegepäck" fallen auch das Kfz, mit dem man unterwegs ist. Was unter Eigenbedarf zu verstehen ist, unterliegt genauen Regelungen: So können beispielsweise höchstens 800 Stück Zigaretten oder 10 Liter Spirituosen innerhalb des EU-Raumes zollfrei verbracht werden.

Waren aus Drittländern

Gewerbliche Waren oder solche aus Nicht-EU-Staaten müssen verzollt werden, wobei es auch hier Freigrenzen gibt: So kann man etwa 200 Stück Zigaretten oder 1 Liter Spirituosen bzw. 2 Liter Schaum-/Likörweinen aus Drittstaaten in die EU mitnehmen. Waren, die auf dem Landweg aus der Tschechischen Republik, Slowakei, Ungarn oder Slowenien kommen, unterliegen einer noch geringeren Freigrenze. So sind beispielsweise Zigaretten aus diesen Ländern lediglich bis zu 25 Stück zollfrei.
Güter bis zu einem Gesamtwert von € 350 werden in der Regel pauschal zu 3,5% verzollt.

Umgekehrt gibt es für Erzeugnisse, die in Entwicklungsländern produziert wurden, Zollermäßigungen bzw. Zollbefreiungen: Dies gilt beispielsweise für Waren ab einem Gesamtwert von € 565, wenn sie aus Ägypten, Jordanien oder Algerien eingeführt werden.

Tipps für Zoll & Urlaub

Der ARBÖ rät Urlaubern, Rechnungen für Waren aus dem Ausland aufzuheben. Man erspart sich einiges an Mühe und Stress, wenn es um die Berechnung der Eingangsabgaben geht.

Erkundigen Sie sich rechtzeitig über mögliche Einfuhrbeschränkungen oder Einfuhrverbote: Einschlägige Broschüren, die detailliert über Zollbestimmungen, Freigrenzen, Einfuhrbeschränken und Einfuhrverbote informieren, liegen in den ARBÖ-Dienststellen auf.

Für Autofahrer gilt insbesondere: Der Treibstoff im Tank ist zollfrei, zusätzlich können auch noch 10 Liter im Reservekanister abgabenfrei mitgeführt werden.

Der ARBÖ gibt aber zu bedenken, dass Kfz nach Autoreparaturen, die außerhalb der EU vorgenommen wurden, nicht immer problemlos eingeführt werden können. Die Reparaturarbeiten müssen nach einem unvorhersehbaren Schaden für die Weiterfahrt unbedingt erforderlich gewesen sein. Ansonsten kann es passieren, dass man für das ganze Auto Abgaben entrichten muss!

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