Unerwünschte Nebenwirkungen

Wien(Rotes Kreuz) - "Über unerwünschte Nebenwirkungen informieren Arzt oder Apotheker" - Jeder kennt diesen Satz aus der Werbung. Doch nicht jeder macht sich auch wirklich Gedanken darüber, was er bedeuten kann. In Zeiten, in denen der Zugang zu Medikamenten immer einfacher, die Bereitschaft sie einzunehmen immer größer und die Palette der Einsatzgebiete immer breiter wird, wächst auch die Möglichkeit, dass sich verschiedene Medikamente untereinander in ihrer Wirkung beeinträchtigen.

50 Millionen Packungen rezeptfreier Medikamente sind im Vorjahr in Österreichs Apotheken verkauft worden. "Wechselwirkungen von Arzneimitteln, so genannte Interaktionen, werden immer bedeutsamer und müssen von allen, die mehr als ein Medikament täglich konsumieren, bedacht werden", sagt Univ. Prof. Dr. Renate Heinz vom Österreichischen Roten Kreuz.

Interaktionen gibt es nicht nur zwischen "klassischen" Medikamenten. Alkohol beeinflusst zum Beispiel auch deren Wirkung, ebenso Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsstoffe. Heinz: "Es gibt aktuelle Berichte, wonach auch weitverbreitete Pflanzendrogen, wie etwa Knoblauch oder Baldrian, wegen möglichem erhöhten Blutungsrisiko oder Einfluss auf die Narkosedauer mehrere Tage vor geplanten Operationen abgesetzt werden müssen."

Ärzte können nur dann richtig beraten, wenn sie über den Medikamentenkonsum ihrer Patienten Bescheid wissen. Das gilt nicht nur für den Hausarzt, sondern auch für andere, etwa den Frauenarzt, den Zahnarzt usw. Heinz: "Schreiben Sie eine vollständige Liste all jener Medikamente, die Sie einnehmen. Zeigen Sie sie jedem Arzt und aktualisieren Sie die Liste bei Bedarf." Außerdem sollte immer der Beipackzettel gelesen werden. Hier sind nicht nur die Neben-, sondern auch die Wechselwirkungen aufgelistet. Weiters zu beachten ist die Flüssigkeitsaufnahme. An heißen Tagen besteht ein zusätzlicher Bedarf. Zu wenig Trinken kann vor allem bei älteren Menschen, die Wirkung von Medikamenten verändern.
Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten ist vielfach unbedingt notwendig, etwa bei Bluthochdruck, um Spätschäden zu vermeiden. Es sollte darauf geachtet werden, das individuell "richtige" Medikament einzunehmen. Heinz: "Je spezifischer die Behandlung erfolgt, desto weniger Medikamente werden gebraucht. Je weniger Medikamente eingenommen werden müssen, desto geringer ist die Gefahr von Interaktionen."

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