"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Den Irrtum eingestehen (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 27.07.2002

Klagenfurt (OTS) - Dass Freiheitliche und die Volkspartei mit
ihrem Grundsatzbeschluss zum Verkauf der Lndeskrankenhäuser politischen Schiffbruch erlitten haben, sollte kein Anlass für Häme sein. Das Thema ist viel zu ernst und auch noch nicht ausgestanden. Ist doch der Regierungsbeschluss zum Verkauf noch immer aufrecht. Dieser für Kärnten fatale Beschluss kann nur von derselben Regierung revidiert werden.

Was immer dieser Beschluss ökonomisch bedeutet hätte, politisch war er schlichtweg ein Flop. Und jetzt bedarf es keines "Machtwortes" Jörg Haiders - es wäre nur eines gegen sich selbst -, sondern des Mutes zum Eingeständnis eines Irrtums. Das ist nicht ehrenrührig. Ehrenrührig wäre es, wissentlich im Irrtum zu verharren und die Schuld an der unweigerlich entstehenden Misere anderen zuzuschieben.

Noch ist kein Tag verloren gegangen. Noch ist nichts passiert. Das LKH neu ist im Planungs- und Finanzierungszeitplan, so wie längst beschlossen. Auch die blau-schwarze Regierungsseite sollte sich schnellstens eindeutig zu den Landeskrankenhäusern als Lebensglieder dieses Landes bekennen, die man nicht einfach abschneiden kann. Das Projekt war zum Scheitern verurteilt, weil es nicht kaufmännisch klug, sondern geschäftemacherisch angelegt war. Pfeifenberger wollte mitschneiden. Kärnten sagt nein.

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