Europa Region Mitte: Industrie stellt Konzept der wirtschaftlichen Vernetzung vor

Einzigartige Wachstumschancen für Wirtschaftsregion Österreich durch EU-Erweiterung - Schaffung einer grenzüberschreitenden "Europa Region Mitte" einmalige Chance - IV-Landesgruppen Wien, Niederösterreich und Burgenland fordern Berücksichtigung der Ostregion im Generalverkehrsplan

(PdI) "Mit der EU-Erweiterung eröffnen sich für die Wirtschaftsregion Österreich einzigartige Wachstumschancen. Diese Wachstumschancen können aber nur in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Nachbarländern optimal genützt werden", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung Wien, DI Dr. Richard Schenz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten der IV-Landesgruppe Niederösterreich, Dr. Wolfgang Frank und dem Präsidenten der IV-Landesgruppe Burgenland, DI Dr. Werner Frantsits, im Haus der Industrie. "Wir sehen in der Schaffung einer neuen grenzüberschreitenden "Europa Region Mitte" eine einmalige Chance der Entwicklung aller beteiligten Regionen. Die Europa Region Mitte wird dann nachhaltig wachsen, wenn die richtigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden", erklärte Schenz. Die Broschüre "Europa Region Mitte - Ein transnationales Netzwerk", welche die IV-Landesgruppen vorstellten, sei der Beginn einer Informationsserie mit der sich die IV-Landesgruppen für die Entwicklung eben dieser Wirtschaftsregion aktiv engagiere.

Besonders an die Infrastruktur würden zusätzlich neue Anforderungen für die östlichen Bundesländer Österreichs gestellt. Die Fertigstellung von Infrastrukturprojekten in Hinblick auf die Erweiterung sei für Ostösterreich nicht nur relevant, sondern entscheidend. Schon gegenwärtig sei die Infrastruktur den Herausforderungen nicht gewachsen. Diese Situation verschärft sich im Zuge des EU-Beitritts der Nachbarländer mit der zu erwartenden weiteren Verdichtung des Verkehrs und damit auch der Vernetzung, so Schenz. Die Industriellenvereinigung (IV) spricht sich daher für eine stärkere Berücksichtigung der zunehmenden Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen Österreichs mit den zukünftigen EU-Nachbarländern im Generalverkehrsplan anhand konkreter Projekte aus. Das Konzept der IV zum Ausbau der Infrastruktur in der neuen Europa Region Mitte sei eine "Überlebensvoraussetzung" für den Wirtschaftsstandort Europa Region Mitte.

Infrastrukturelle Anbindung NÖ an die Nachbarregionen wichtig

"Die kommende EU-Erweiterung wird es zu starken Veränderungen in der Raumstruktur des Wald- und Weinviertels sowie des südlichen Niederösterreichs kommen. Das Verkehrsaufkommen wird durch die Intensivierung der Handelsbeziehungen erheblich zunehmen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist daher gerade für diese Regionen besonders wichtig", erklärte der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich, Dr. Wolfgang Frank. Bereits heute seien in Zukunft bedeutende Zentren wie Znaim, Breclav, Brünn und Bratislava durch schlechte Erreichbarkeit gekennzeichnet. Für die für Niederösterreich so wichtige Entwicklung von neuen Wachstumsachsen sei daher die Verbindung von Wien nach Brünn, Znaim, Breclav und Bratislava von enormer Bedeutung, betonte Frank.

Die Industriellenvereinigung fordert daher unter anderem
· eine Beschleunigung beim Ausbau der Nord-Süd Achse:
Durch die Errichtung der A 5 Nordautobahn kann dieses Defizit behoben werden. Die B 303 / Weinviertler Straße dient ebenfalls der Stärkung der Nord-Süd-Achse.
· Eine Beschleunigung der Nordbahn und Förderung des Nahverkehrs
· Den Ausbau der Wasserstraßen (Donau-Oder-Elbe-Kanal)

Anbindung des Burgenlandes an die neuen Entwicklungszentren

"Neue Zentren wie Bratislava, Györ, Sopron und Szombathely werden sowohl für das südliche Niederösterreich als auch für das Burgenland neue Wachstumschancen bringen. Die Voraussetzung dafür ist eine optimale Anbindung an diese Entwicklungskerne", erklärte der Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland, DI Dr. Werner Frantsits.

Im ungarisch-burgenländischen Grenzgebiet seien in den nächsten Jahren bedeutende Veränderungen in den Zuordnungs- bzw. Einzugsbereichen der Städte zu erwarten. Auf österreichischer Seite fehlen im Burgenland bedeutende wirtschaftliche Zentren. Mit Sopron und vor allem Szombathely liegen auf ungarischer Seite zwei wichtige überregionale Ballungsräume, deren Einzugsgebiet nach dem Wegfall der Grenze weite Teile des bislang wirtschaftlich benachteiligten Burgenlandes abdecken wird.

Die Industriellenvereinigung fordert daher
· Den regionalen und überregionalen Ausbau Richtung Süden:
Verlängerung der A3 Südostautobahn bis Sopron
Verlängerung der S 31 Burgenlandschnellstraße Richtung Szobathely Trasse A3 bis Wien als weitere Entlastung der Südautobahn
Ausbau der B 50 Burgenlandstraße von Eisenstadt nach Parndorf
· Die Anbindung des Flughafens Wien an hochrangige Schienenverbindungen.

Ballungsraum Wien - Infrastrukturelle Schwerpunkte

"In ganz Europa liegen keine zwei Hauptstädte so nah beieinander wie Wien und Bratislava. Es ist abzuschätzen dass sich zwischen diesen beiden Städten eine Entwicklungsachse bildet", erklärte Schenz. Daraus entstünden zwei Aufgaben. Zum Einen müssen Regional- und Stadtentwicklungspläne von Experten beider Länder gemeinsam erstellt werden und die Infrastruktur muss angepasst werden, um die künftigen Pendlerströme aufnehmen zu können.

Für die Stadt Wien ergeben sich daraus folgende Schwerpunkte:
· Drei Güter Terminals für Wien: Nord, Süd und Freudenau · Errichtung des Bahnhofes Wien, der eine Durchbindung in alle Richtungen ermöglicht

Forderungen der Industrie

"Wenn die EU-Erweiterung für Österreichs Wirtschaft und Wohlstand ein Chance darstellen soll, muss die Infrastruktur Ostösterreichs im Interesse aller vorrangig ausgebaut werden", warnte Schenz. Charakteristikum des Österreichischen Generalverkehrsplans sei die Konzentration auf innerösterreichische Verkehrswege. Daher fordern die Präsidenten der IV Wien, Niederösterreich und Burgenland, dass

· die besondere Situation der Ostregion und Wien berücksichtigt wird. Verkehrspolitische Entscheidungen, Programme und Pläne sollten in Zukunft transnational abgestimmt werden,
· eine Priorisierung von Projekten ausschließlich nach Relevanz zu Nutzung der Chancen, die sich in der neuen Europa Region Mitte ergeben, erfolgen sollen,
· Planung- und Genehmigungsverfahren zur Realisierung von Infrastrukturmaßnahmen beschleunigt werden (Beispiel Deutschland im Zuge der Wiedervereinigung), und
· neue Finanzierungsformen (Private Public Partnership) gefunden werden.

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