GLOBAL 2000 alarmiert: Hohe Krebsgefahr für Beschäftigte in der Landwirtschaft durch Pestizide

Neue US-Studie beweist direkten Zusammenhang von Pestizideinsatz und Krebserkrankungen bei Landarbeitern - Molterer verharmlost Pestizidproblematik

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor
den schweren gesundheitlichen Folgen des Pestizideinsatzes für die Beschäftigen in der Landwirtschaft. "Nicht nur die Konsumenten werden durch das Spritzen von Pestiziden vergiftet, sondern auch die, die sie einsetzen. Der unmittelbare Kontakt mit den Giftstoffen, der sich in spritzintensiven Zeiten kaum vermeiden lässt, macht die Landwirtschaft zu einem der gefährlichsten Berufsfelder überhaupt", warnt Dr. Lia Sieghart, Ökotoxikologin - GLOBAL 2000. In einer Langzeitstudie des Kalifornischen Krebszentrums (Cancer Registry of Central California - "Cancer Incidence in the United Frameworker of America, 1987-1997") stieg im Vergleich zur Kontrollgruppe die Zahl der an Leukämie erkrankten Landarbeiter um 59 Prozent. Es wurden 69 Prozent mehr Magenkrebserkrankungen festgestellt, Gebärmutterhalskrebs kam um 63% und Gebärmutterkrebs gar um 68% häufiger vor. "Die Studie belegt einmal mehr den direkten Zusammenhang zwischen Pestizideinsatz und einem eklatant erhöhten Krebsrisiko", so Sieghart weiter. "Landwirtschaftsminister Molterer verharmlost die Pestizidgefahr und gefährdet damit die Gesundheit der österreichischen Bauern." Besonders alarmierend ist, dass auch in Österreich Pestizide eingesetzt werden, die in der Studie als Verursacher von Leukämie identifiziert wurden. Die in Österreich zugelassenen Pestizide Captan und 2,4-D stehen neben dem in Österreich verbotenen Atrazin im dringenden Verdacht, Blutkrebs auszulösen.

Pestizide wirken im Körper auf zwei Arten: Kurzfristig lösen sie akute Vergiftungserscheinungen wie Kopfweh, Magenschmerzen, Verwirrungszustände, Schwitzattacken und Übelkeit aus. Langfristig reichern sich Pestizide im Körper an und können Krebs, Unfruchtbarkeit und Schäden an Ungeborenen verursachen. "Während laut Studie die kurzfristigen Wirkungen von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit relativ gut erforscht sind, tappen die Mediziner bei den Langzeitfolgen im Dunklen. Es gibt in Österreich keine Langzeituntersuchungen über das Krebsrisiko für Beschäftigte in der Landwirtschaft", so Sieghart. Deshalb fordert GLOBAL 2000 Landwirtschaftsminister Molterer auf, endlich ein flächendeckendes Untersuchungsprogramm über die Langzeitfolgen von Pestiziden zu starten.

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