Wien: Paukergründe werden Technologiezentrum

Teile der Austrian Research Centers übersiedeln nach Wien

Wien (OTS) - "Mit der Übersiedlung der Bereiche Systemforschung
und Informations- und Kommunikationstechnologien-IKT der 'Austrian Research Centers' nach Wien und von arsenal research innerhalb Wiens auf die Paukergründe engagiert sich die wichtigste österreichische ausseruniversitäre Forschungseinrichtung verstärkt am Technologiestandort Wien. Wir können damit unsere Kompetenz in den Bereichen Verkehrstechnik, Systemforschung sowie Informations- und Kommunikationstechnologien weiter ausbauen, was gerade vor dem Hintergrund einer sich verändernden internationalen Forschungslandschaft und der bevorstehenden Erweiterung der EU einen richtungsweisenden Schritt darstellt. Wir unterstützen deshalb dieses Kooperationsprojekt mit einer Summe von vier Millionen EURO verteilt auf einen Zeitraum von 4 Jahren", betonte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Freitag im Rahmen eines Mediengespräches mit Infrastrukturminister Ing. Mathias Reichhold und dem Geschäftsführer der Austrian Research Centers Dr. Helmut Krünes.

Damit haben die Bundeshauptstadt und die Austrian Research Centers eine wichtige gemeinsame Initiative gesetzt, die zur Stärkung Wiens als Technologie-Standort ebenso beitragen soll wie zur sinnvollen Nutzung von Synergien von Forschungseinrichtungen des Bundes und des Landes. In einem "Letter of Intent", der am Freitag von Rieder und Reichhold unterzeichnet wurde, haben sich die Stadt Wien und die Austrian Research Centers darauf geeinigt, dass drei Bereiche der Forschungsgruppe an neue Hightech-Standorte in Wien übersiedeln werden. Ausgangspunkt für die strategische Allianz ist die Übersiedlung von arsenal research in das in Errichtung befindliche Technologiezentrum Paukergründe sowie die Verlegung der Geschäftsbereiche "Informationstechnologien" und "Systemforschung" von ARC Seibersdorf research vom bisherigen niederösterreichischen Standort nach Wien. Hier wird eine Arbeitsgruppe aus Stadt Wien, der Republik Österreich und den Austrian Research Centers bis Ende September prüfen, ob eine Übersiedlung ins Tech Gate Vienna oder an einen anderen Wiener Standort empfohlen wird.****

Reichhold: "Seibersdorf hat mit dieser Strategie den Beginn für umfassende Kooperationen in den Bundesländern gesetzt, diese Richtung soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Wien als Standort ist wichtig vor allem im Hinblick auf die Osterweiterung und internationale Kooperation", betonte BM Reichhold. Auch Dr. Helmut Krünes, Geschäftsführer der ARC, sieht in der Verbindung zu den österreichischen Bundesländern wichtige Vorteile für die Forschungseinrichtung: "Mit dem 6. Rahmenprogramm für Forschung hat die Europäische Union neue Voraussetzungen geschaffen. Sie fördert die Konzentration der Kräfte und will Forschungseinrichtungen in Europa forcieren, die eine kritische Größe überschreiten und damit im weltweiten Wettbewerb erfolgreich sein können. Die jetzt abgeschlossene Kooperation hilft den Austrian Research Centers die in Wien vorhandene Infrastruktur und die Anbindung an andere Forschungseinrichtungen zu nutzen".

Die Kernpunkte der Strategischen Allianz

Kernpunkte der strategischen Allianz zwischen der Stadt Wien und den Austrian Research Centers sind:

1. Standortverlagerungen: Die Übersiedlung der Geschäftsbereiche "Informationstechnologien" und "Systemforschung" der Austrian Research Centers von Seibersdorf nach Wien sowie die Verlegung des Standortes von arsenal research - derzeit am Standort Arsenal - auf die Wiener Paukergründe.

2. Forschungs- und Technologieprogramm: Durch längerfristige Programme zu den Themenbereichen Informationstechnologien, Systemforschung und Verkehrstechnologien/Erneuerbare Energien sollen konkret umsetzbare wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Forschungseinrichtungen der Wirtschaft stärker zugänglich gemacht werden.

3. Technologietransfer zur Wiener Klein- und Mittelbetrieben:
Durch die Forschungsaktivitäten sollen Erkenntnisse über neue Technologien schneller und gezielter an Klein- und Mittelbetriebe weitergegeben werden. Durch diesen verbesserten Technologietransfer soll Wettbewerbsfähigkeit vor allem auf internationalen Märkten verbessert und Arbeitsplätze geschaffen werden.

4. Mögliche Beteiligung der Stadt Wien an Einrichtungen der Austrian Research Centers: Im Sinne einer technologieorientierten Innovationspolitik sollen Beteiligungen der Stadt Wien angedacht werden. Mögliche Basisfinanzierungen und die Zusammenlegung von Forschungseinrichtungen sollen geprüft werden.

Inhaltliche Schwerpunkte der Strategischen Allianz

Die inhaltliche Ausrichtung der strategischen Allianz orientiert sich an den Forschungskompetenzen der ARC-Einrichtungen. Die drei forschungsthematischen Schwerpunkte sind:
o Verkehrstechnologien und erneuerbare Energien
o Systemforschung
o Informationstechnologien

Moderne Verkehrstechnologien sollen sicherstellen, dass ein für die wirtschaftliche Entwicklung wichtiges hohes Maß an Mobilität bei gleichzeitiger Umweltverträglichkeit weiterhin sichergestellt bleibt. Gerade für die Vienna Region ist eine umweltverträgliche und zugleich leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur Voraussetzung für eine dynamische Entwicklung in den kommenden Jahren. Daneben wird auch eine umweltverträgliche Energieinfrastruktur unter Einsatz erneuerbarer Energien einen bestimmenden Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung darstellen. Hier geht es beispielsweise darum, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu reduzieren. In beiden Bereichen kann arsenal research durch seine Kompetenz bei numerischen Simulationsmodellen zur Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme unter Einsatz von Kommunikationstechnologien sowie zur Entwicklung erneuerbarer Energietechnologien beitragen.

Systemforschung: Durch ein Forschungsprogramm "Systemforschung im urbanen Raum" des ARC-Geschäftsbereiches "Systemforschung Technik-Wirtschaft-Umwelt" soll die Innovationspolitik der Stadt Wien unterstützt werden. Moderne Standort- und Innovationspolitik erfordert einen kontinuierlichen Ausbau des Know-hows und eine ständige Evaluierung durch wissenschaftliche Begleitung, um rasch auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren zu können oder diese überhaupt vorwegzunehmen. Erste Gespräche zur Ausformung des Programmes "Systemforschung im urbanen Raum" wurden zwischen dem Geschäftsbereich und der Stadt Wien bereits geführt.
Darüber hinaus soll der angestrebte Technologietransfer zu Klein- und Mittelbetrieben in Wien durch modernste Methoden des Wissens- und Innovationsmanagements unterstützt werden.

Informations- und Kommunikationstechnologien sind als Querschnittsmaterien wichtige Voraussetzung für viele Industrien, wobei in Österreich ein nachweisbares Innovationsdefizit besteht. Die Forschungstätigkeit des ARC-Geschäftsbereiches Informationstechnologien soll ein Beitrag zur Beseitigung dieses Defizits sein. Eine Zusammenarbeit mit der Wiener Wirtschaft soll in den Bereichen Hochleistungsbildverarbeitung, Sicherheitssysteme, etwa für Gebäudeüberwachungen, Systemsicherheit zur Gewährleistung der Zuverlässigkeit technisch komplexer Anlagen, Entwicklung intelligenter Antennen zur Unterstützung des Mobilfunks oder im Bereich Informationsmanagement, zum Beispiel in Form von Verkehrstelematik, angestrebt werden. In diesen Themenbereichen sollen längerfristige Forschungsprogramme initiiert werden, mit dem Ziel, den Technologietransfer zu Klein- und Mittelbetrieben anzukurbeln.

Darüber hinaus wird zur Zeit eine Intensivierung der bestehenden Zusammenarbeit des ARC-Informationstechnologie-Clusters mit der Via Donau sowie mit den Kompetenzzentrum Telekommunikation Wien (FTW), Virtual Reality and Visualisation (VRVis) und e-Commerce (ec3) angestrebt. (Schluss) nk

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