Im ÖGB sind 1,421.027 ArbeitnehmerInnen organisiert

Bei der Jugend konnte ein Zuwachs von 6,1 Prozent erzielt werden

Wien (ÖGB). Per Stichtag 31. Dezember 2001 waren 1,421.027 ArbeitnehmerInnen in einer der 13 Gewerkschaften des ÖGB als Mitglieder organisiert. Mitgliederzuwächse verzeichneten die Gewerkschaften Druck und Papier (DuP), Handel, Transport, Verkehr (HTV), Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) und die Gewerkschaft Metall-Textil (GMT). "Besonders erfreulich war die Entwicklung bei der Jugend, bei der ein Mitgliederzuwachs von 6,1 Prozent verzeichnet werden konnte. Detaillierte Zahlen werden im Herbst bei Erscheinen des Jahresberichtes vorliegen", so die Leitende Sekretärin im ÖGB, Roswitha Bachner.++++

Der Mitgliederrückgang hat sich nach dem Jahr 2000 mit Minus 1,6 Prozent gegenüber 1999 nicht nur stabilisiert, sondern verringert. Mit 1,421.027 Mitgliedern im Jahr 2001 hat sich gegenüber 2000 der Mitgliederstand um 21.366 (2000: 22.771) oder 1,5 Prozent reduziert. Dennoch musste die Gewerkschaft Post- und Fernmeldebedienstete (GPF) einen Mitgliederrückgang von 5,9 Prozent hinnehmen, bei der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) betrug der Rückgang 2,3 Prozent, bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) 2,2 Prozent. "Das ist zwar nicht erfreulich, aber angesichts des massiven Stellenabbaus im öffentlichen Bereich nicht verwunderlich", so Bachner. Zulegen konnte, nicht nur wegen des Wechsels der Journalisten von der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB), die Gewerkschaft Druck und Papier (DuP) mit 9,8 Prozent. Mitgliederzuwächse verzeichneten auch die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) und die Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) mit je 0,2 Prozent sowie die Gewerkschaft Metall-Textil (GMT) mit 0,03 Prozent.

ÖGB ist für die Jugend attraktiv

Besonders erfreulich war die Entwicklung bei der Jugend, die um 6,1 Prozent von 48.282 auf 51.243 Mitglieder zulegen konnte. "Die Jugendlichen haben sehr genau die Probleme erkannt, spüren es am eigenen Leib, wie schwer es ist Lehrstellen zu finden und dass es Verschlechterungen im Bildungsbereich gibt. Bachner: "Die Mitgliederentwicklung ist der beste Beweis dafür, dass der ÖGB und seine Gewerkschaften für die Jugend attraktiv sind und dass sie die Vorteile einer Gewerkschaftsvertretung zu schätzen wissen".

"ÖGB - Macht dich stark!"

Mit dem PowerCup unter dem Motto "ÖGB - Macht dich stark!" haben der ÖGB und seine Gewerkschaften eine große Mitgliederwerbeaktion durchgeführt und mit dem Maskottchen "Arnie aktiv" in ganz Österreich für eine Mitgliedschaft im ÖGB geworben. An dieser Stelle ist auch den zigtausenden BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen und JugendvertrauensrätInnen zu danken, die tagtäglich in den Betrieben den Beschäftigen mit Rat und Tat zur Seite stehen und durch überzeugende Argumente viele neue ArbeitnehmerInnen für eine Mitgliedschaft im ÖGB gewinnen konnten.

Starke Gewerkschaften als Antwort auf arbeitnehmerInnenfeindliche Politik

Mit 1,421.027 Mitgliedern sind der ÖGB und seine Gewerkschaften die größte freiwillige Interessenvertretung unseres Landes und können mit Nachdruck die Anliegen unserer Mitglieder vertreten und vieles in die Tat umsetzen. Die richtige Antwort auf die Politik der Bundesregierung sind starke Gewerkschaften. Bachner: "Für uns geht es darum, die Interessen der ArbeitnehmerInnen wahrzunehmen. Und davon werden wir uns von keiner Bundesregierung abhalten lassen." Darum ist es heute wichtiger denn je, Mitglied im ÖGB bzw. einer seiner Gewerkschaften zu werden. Denn nur der ÖGB und seine Gewerkschaften sind berechtigt Lohn- und Gehaltsabschlüsse - bei denen jährlich rund 80 Mrd. Euro (1.100 Mrd. S) an Lohnsumme bewegt werden - zu verhandeln. Bachner: "Damit wird sichergestellt, dass die ArbeitnehmerInnen jährlich mehr verdienen und ihr Lohn bzw. Gehalt kontinuierlich steigt."

Wir sind schlagkräftig

Mit der "Demo für Demokratie" und der ÖGB-Urabstimmung haben der ÖGB und seine Gewerkschaften ihre Schlagkraft eindrucksvoll dokumentiert. Mehr als 807.000 ÖGB-Mitglieder erteilten der arbeitnehmerfeindlichen Politik der Bundesregierung bei der ÖGB-Urabstimmung eine klare Absage und votierten sehr deutlich für soziale Gerechtigkeit in Österreich. "Die Beibehaltung der Pflichtversicherung und die Kollektivvertrags-Hoheit sind Themen, die heute von der Bundesregierung nicht mehr in Frage gestellt werden", nennt Bachner einige Beispiele. Auch die Sozialpartnerschaft wurde gestärkt. Bester Beweis dafür ist die Einigung der Sozialpartner zur "Abfertigung neu", die in den wesentlichsten Punkten trotz anfänglichen Widerstandes von der Bundesregierung übernommen wurde. Sie garantiert ab 1. Jänner 2003 nicht nur allen ArbeitnehmerInnen im privaten Sektor Abfertigung, sondern diese auch bei Selbstkündigung und die Wahlfreiheit, ob die ArbeitnehmerInnen sich ihren Abfertigungsanspruch auszahlen lassen oder als Pensionsvorsorge veranlagen möchten. "Die ÖGB-Urabstimmung war Dank der Unterstützung der ÖGB-Mitglieder ein großer Erfolg und gleichzeitig eine Mahnung an die Bundesregierung, die berechtigten Interessen der ArbeitnehmerInnen nicht mit Füßen zu treten", so Bachner abschließend. (ew)

ÖGB, 26. Juli 2002 Nr. 624

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