Der Hase im "Universum" - eine Erfolgsstory der Evolution

Waltraud Paschinger und Franz Hafner auf den Spuren von Hasen und Kaninchen

Wien (OTS) - Verbreitung: von den Tropen bis zur Arktis. Fortpflanzungskraft: enorm. Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h. Besondere Fähigkeiten: Hakenschlagen. Das sind die spektakulären Eckdaten eines auf den ersten Blick ganz und gar unspektakulären Tiers. Der Hase, der die Menschen noch dazu als putziges Kuscheltier erobert, steht im Mittelpunkt einer außerordentlichen "Universum"-Dokumentation, die zurzeit gedreht wird. "Universum"-Filmemacherin Waltraud Paschinger nennt die Geschichte der Hasen "eine Erfolgsstory der Evolution". Für die "Universum"-Dokumentation "Hasen - Verbündete der Sonne" ist sie gemeinsam mit Franz Hafner in Kanada, Österreich und Spanien den Spuren der kuscheligen und draufgängerischen Vierbeiner gefolgt. Seit Frühjahr 2002 laufen die Dreharbeiten für diese von Interspot Film hergestellte Koproduktion des ORF mit Interspot Film, DOCSTAR, Great North und WDR, die voraussichtlich zu Ostern 2003 im ORF zu sehen sein wird. Mit der "Universum"-Dokumentation "Spuren im Sand" steht zudem am Sonntag, dem 8. September 2002, um 14.15 Uhr ein weiterer Film von Waltraud Paschinger auf dem Programm von ORF 2.

Waltraud Paschinger: Hasen sind die perfekten Überlebenskünstler Jeder kennt Hasen. Sie sind nicht spektakulär - zumindest nicht auf den ersten Blick. Erst auf den zweiten Blick werden sie interessant, vor allem dann, wenn man folgender Frage nachgeht: Wie schafft es ein Tier, das so viele Feinde hat, dennoch zu überleben? Die Antwort liegt in der unglaublichen Anpassungsfähigkeit der Hasen, die von der Wüste über den Regenwald bis in den hohen Norden verbreitet sind, sie liegt in ihrer enormen Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h praktisch aus dem Stand, verknüpft mit der Fähigkeit, Haken zu schlagen wie kein anderes Tier. Sie liegt in ihrer ungeheuren Fortpflanzungskraft. Und sie liegt im Rhythmus der Sonne, aus der die Hasen ihre Kraft zu tanken scheinen.

Stehen kanadische Schneeschuhhasen in Kontakt mit dem Lebensspender Sonne?
Eine indianische Legende erzählt: Als es noch keine Nacht gab und die Erde vor Hitze flimmerte, verschlang ein Hase die Sonne und gebar aus ihrer Kraft den weißen Mond und die leuchtende Kraft der Sterne. Der Hase kann, wenn er gejagt wird, in den Sonnenstrahlen verschwinden und zu Tausenden neu entstehen. Diese Legende scheint sich - so Waltraud Paschinger - in Yukon am Kluanesee in Kanada alle zehn Jahre zu erfüllen. "Nach Jahren mit geringem Bestand steigt dort die Anzahl der Schneeschuhhasen auf das 200fache. Es scheint, als wollte die Natur explodieren."

Europäische Feldhasen erobern sich neuen Lebensraum
Parallel zu dieser in den weiten Urwäldern Kanadas angesiedelten Geschichte spielt sich im Zentrum Mitteleuropas inmitten der Agrarlandschaft eine ganz andere Geschichte ab: die einer Feldhäsin. Im Frühjahr wirft sie ihre ersten Jungen, die sie nur einmal alle 24 Stunden säugt und gegen Gegner wie Füchse, Kälteeinbrüche, Autos und Erntemaschinen wie ein Löwe verteidigt. Doch die scheuen Nager sind äußerst anpassungsfähig: "Je mehr wir Menschen in ihren Lebensraum vordrangen, desto mehr haben sie den unseren erobert."

Kaninchen regeln die spanische Tierwelt
Der Film führt auch nach Spanien - in die Extremadura, eine von uralten Weidegebieten geprägte Landschaft. Hier sind die Kaninchen ein Art "Schlüsselspezies" für das gesamte Ökosystem. Als Beute garantieren sie das Überleben von mehr als 40 Beutegreifern, darunter so seltene Tiere wie die Ginsterkatze und die Manguste.

Rückfragen & Kontakt:

ORF-Pressestelle
Karin Wögerer
(01) 87878 - DW 13857
http://tv.ORF.at
http://kundendienst.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/OTS