AKNÖ warnt vor Werbeverkaufsveranstaltungen: Konsumenten müssen danach oft um ihre Rechte kämpfen!

Für Vertragsabschlüsse auf Werbeverkaufsveranstaltungen gilt uneingeschränktes Rücktrittsrecht.

Wien (AKNÖ) – In der Konsumentenschutzabteilung der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ) kommt es derzeit verstärkt zu Anrufen von empörten Konsumenten. Sie alle haben eines gemeinsam: Mit einer persönlich adressierten Gewinnzusendung wird ihnen oft das Blaue vom Himmel versprochen oder aber wie im Fall von Familie H. ein Abendessen.
Während des Abendessens wurden den "glücklichen" Gewinnern Bettwaren vorgeführt. Familie H. hat sich im Zuge dieser Präsentation zum Kauf verleiten lassen: 2 Merinogarnituren - Polster, Unterbett und Oberbett - haben Herr und Frau H. um fast 900 Euro erworben. Nachdem man zu Hause die gekauften Waren ausprobiert hatte, bereute man den voreilig getätigten Kauf und wollte davon wieder zurücktreten. Auf dem Bestellschein fand sich aber kein Hinweis auf das Rücktrittsrecht. Familie H. wandte sich daraufhin an die AKNÖ. Dazu Hannelore Voit, AKNÖ-Konsumentenschutzexpertin: "Für diesen Fall ermöglicht das Gesetz dem Konsumenten eine Rücktrittsfrist von 1 Monat nach beidseitiger Vertragserfüllung. Ein solcher Rücktritt darf ohne jedwede Begründung erfolgen."
Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, die mit Gewinnzusendungen ihr Geld machen, handelt es sich in diesem Fall um ein österreichisches Unternehmen, das Bettwaren über derartige Veranstaltungen vertreibt.
Die Konsumentenschützer raten grundsätzlich davon ab, auf derartige Gewinnversprechungen einzugehen: "Hinter diesen mitunter zweifelhaften Gewinnversprechen verbirgt sich in vielen Fällen eine Werbeverkaufsveranstaltung. Viele Firmen haben Gewinnzusendungen als neues, sehr lukratives Betätigungsfeld für sich entdeckt. Besonders Firmen, die ihren Sitz nicht in Österreich haben, sind bei Beschwerden der Kunden dann plötzlich nicht mehr erreichbar und es muss erst geklärt werden, welches Recht anwendbar ist und wo eine eventuelle Klage einzubringen wäre", weiß Hannelore Voit.

Unternehmen ignoriert rechtliche Lage

Der Rücktritt wurde von Familie H. nach Rücksprache mit der Konsumentenberatung der AKNÖ eingeschrieben und fristgerecht übermittelt.
Das Unternehmen stellte sich jedoch stur. Man meinte aus heiterem Himmel, die Ware könne nur in der Originalverpackung übernommen werden. Dabei handelt es sich um einen eindeutigen Gesetzesverstoß. Das Gesetz bietet dem Konsumenten bei Vertragsabschlüssen auf Werbeverkaufsveranstaltungen nämlich ein uneingeschränktes Rücktrittsrecht.
Trotz mehrmaliger Intervention der Konsumentenberatung konnte der Unternehmer nicht zu einem gesetzeskonformen Verhalten bewogen werden.
In solchen Fällen nützt offensichtlich nur mehr der Weg zu Gericht. Im konkreten Fall wird die AKNÖ die Ausfallshaftung für Familie H. übernehmen, damit diese endlich zu ihrem Recht kommt.

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